Dekarbonisierung und Lokalisierung als Haupttrends im russischen Energiemaschinenbau

„Der russische Markt ist an deutschen Technologien und Investitionen interessiert.” Mit diesen Worten eröffnete Alexej Dubinin, Ressortleiter Öl- und Gasanlagen im russischen Industrie- und Handelsministerium, eine Diskussion zum Thema Energiemaschinenbau in Russland. Die Teilnehmer des Maschinenbau-Panels auf dem Deutsch-Russischen Branchenforum der AHK tauschten sich über Russlands Attraktivität für Investoren, durch die Corona-Krise verursachte Probleme sowie über umweltfreundlichere Produktionsweisen aus.

Dekarbonisierung und Lokalisierung als Haupttrends im russischen Energiemaschinenbau

Ein wichtiges Anliegen der russischen Regierung sei die Lokalisierung, so Dubinin. Viele deutsche Unternehmen hätten ihre Produktionen innerhalb kurzer Zeit fast gänzlich nach Russland verlagert. Um den russischen Markt für deutsche Unternehmen attraktiver zu machen, habe die russische Regierung das Verfahren des Sonderinvestitionsvertrags (SPIK) vereinfacht. 

So steigerte der Schienenfahrzeugbauer Ural Locomotives, ein Joint Venture der Siemens AG und der Sinara Group, den Lokalisierungsanteil in wenigen Jahren auf 90 Prozent. Das bestätigte Tim Bräger, Finanzdirektor von Ural Locomotives. 

Auf die Frage des Moderators Falk Tischendorf, Managing Partner von BEITEN BURKHARDT Moskau und Vorstandsmitglied der AHK Russland, welche Probleme die Branche in der Corona-Krise plagen, verwies Anton Molotschkow, kaufmännischer Leiter von WRS Towers, auf die Reisebeschränkungen, die die Rückkehr ausländischer Spezialisten nach Russland erschweren würden.

Um dieses Problem zu bewältigen und die Konjunktur zu unterstützen, setzt sich die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer in einem Positionspapier tatkräftig für eine baldige Wiederherstellung des Reiseverkehrs zwischen beiden Ländern ein. In diesem Vorhaben wird sie laut Dubinin auch vom russischen Industrie- und Handelsministerium unterstützt.

Die Diskussionsteilnehmer sprachen auch darüber, dass Energieunternehmen ihre Produktion umweltfreundlicher gestalten wollen. Vertreter aus der Wirtschaft berichteten über besonders vielversprechende Projekte im Bereich der grünen Energie. Die Firma Ural Locomotives will zum Beispiel einen Wasserstoffzug bauen, was insbesondere mit Blick auf die deutsch-russische Wasserstoffzusammenarbeit wichtig ist.

Linde Engineering Rus hat laut CEO Andreas Renner reichlich Erfahrung mit der Wasserstofftechnologie. Renner, der auch AHK-Bevollmächtigter in der Wolga-Region ist, verwies darauf, dass Wasserstoff einen immer höheren Stellenwert für sein Unternehmen habe, obwohl sich Linde Engineering Rus schon seit längerem mit dieser Technologie beschäftige.

Oleg Titow, CEO von Siemens Oil, Gas & Energy, informierte über die Absicht seines Unternehmens, hochqualifizierte Spezialisten selbst auszubilden, um den Bedarf der eigenen Produktion sicher zu decken. Über ähnliche Trends in ihren Unternehmen berichteten auch andere Diskussionsteilnehmer. Titow bezeichnete umweltfreundliche Energien als wegweisend im Energiemaschinenbau.

Feedback
Kontakt
Business-Center Fili Grad, Beregovoy Proezd 5A K1, Etage 17, 121087 Moskau. Fili
Google Map
Telefon:

+7 495 234 49 50

Fax:

+7 495 234 49 51

Danke für Ihre Anfrage!