IT-Ansiedlung: Kaliningrad geizt nicht mit Anreizen für deutsche Firmen

Das Kaliningrader Gebiet hat ein attraktives Anreizpaket geschnürt, um deutsche IT-Unternehmen davon zu überzeugen, sich in der regionalen Sonderwirtschaftszone mit enormen steuerlichen Vorzügen anzusiedeln. Auch größere deutsche Unternehmen könnten ihre IT-Infrastruktur in die russische Ostsee-Enklave auslagern. Erste Gespräche über eine mögliche Ansiedlung deutscher Unternehmen sind beim Besuch einer Wirtschaftsdelegation der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer Mitte Oktober im Kaliningrader Gebiet geführt worden.

IT-Ansiedlung: Kaliningrad geizt nicht mit Anreizen für deutsche Firmen

Vorausetzung für die Niederlassung in der Kaliningrader Sonderwirtschaftszone ist die Investition von lediglich ca. 11.500 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren in Anlagevermögen. Im Gegenzug sind die Firmen in den ersten sechs Jahren komplett von der Einkommens- und Grundsteuer befreit und erhalten in den darauf folgenden sechs Jahren eine Steuerermäßigung von 50 Prozent, wobei für neu geschaffene Arbeitsplätze lediglich eine Sozialsteuer von 7,6 Prozent gilt. "Da bei IT-Unternehmen der größte Ausgabenposten die Vergütung der Mitarbeiter ist, könnte dieser Vorteil für neue Residenten der Sonderwirtschaftszone besonders attraktiv sein", betonte Oleg Skvortsov, stellvertretender Direktor der Entwicklungsgesellschaft des Gebietes Kaliningrad.

Während des Besuchs der AHK-Delegation wurde bereits mit einigen Unternehmen über die Auslagerung der IT-Sparten nach Kaliningrad gesprochen. "Wir hoffen, dass dieses Geschäftsmodell von vielen deutschen Unternehmen genutzt wird, und wir warten darauf, dass neue Unternehmen mit ausländischem Kapital in der Region entstehen", ergänzte Skvortsov.

Wladimir Nikitenko, Direktor der AHK-Filiale Nordwest

Deutschland ist ein langjähriger und zuverlässiger Handelspartner des Kaliningrader Gebiets. Die Bundesrepublik Deutschland steht an dritter Stelle beim Handelsumsatz mit der Region, der sich im Jahr 2020 auf 687 Millionen Dollar belief. Wir legen großen Wert auf den Aufbau von Kontakten zwischen deutschen und lokalen Unternehmen und erwarten von unserer Reise reale Geschäftsergebnisse

Wladimir Nikitenko, Direktor der AHK-Filiale Nordwest

Zum Abschluss des Delegationsbesuchs unterzeichnete die Verwaltungsbehörden der Kalingrader Gebiet ein Kooperationsabkommen mit der Moskauer Firma DVP Audit. Die Dienstleistungen des Unternehmens in den Bereichen Finanz- und Wirtschaftsprüfung, Buchhaltung und Steuerberatung könnten von deutschen Unternehmen in Anspruch genommen werden, wenn sie sich dazu entscheiden, im Kaliningrader Gebiet ansässig zu werden oder ihre IT-Abteilungen hier zu relokalisieren.

"Wir konnten uns mit der Verwaltung der Region in kürzester Zeit auf die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens einigen und freuen uns nun, deutsche Unternehmen bei der Ansiedlung im Kaliningrader Gebiet zu unterstützen", sagte Angelina Pivovarova, Entwicklungsleiterin bei DVP Audit.

AHK-Mitgliedsfirmen besuchten das Kaliningrader Gebiet vom 6. bis 8. Oktober. Während der Reise besuchten 26 Vertreter von 19 russisch-deutschen Unternehmen, darunter auch deutsche Hidden Champions, die größten Unternehmen der Region und trafen mit lokalen Behörden zusammen, um Kontakte vor Ort zu knüpfen. Die Delegation besuchte Ampertex, einen Hersteller synthetischer Heizfäden, den Agrarkonzern Sodruzhestvo, den Produktionskomplex Cleaver, den Polyethylenterephthalat-Hersteller Ecopat und das Schiffbauunternehmen Ushakovskie Verfi.

Die nächste AHK-Delegationsreise nach Kaliningrad ist für Oktober 2022 geplant.

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