Nachhaltige Landwirtschaft in Russland: Weltbevölkerung ernähren, Umwelt schützen

In der Kornkammer Russlands, wie die Region Krasnodar häufig bezeichnet wird, ist unmittelbar nach der feierlichen Eröffnung der „Russlandmeister 4.0“-Wanderausstellung am gestrigen Montag über nachhaltige Landwirtschaft diskutiert worden. Dass die Region Krasnodar mit seinen fruchtbaren Böden und ertragreichen Ernten bei der Ernährung der Bevölkerung eine wichtige Rolle spielt, aber auch ökologisch nachhaltig bewirtschaftet werden muss – darin waren sich alle Diskussionsteilnehmer beim AHK-Panel in Krasnodar einig.

Nachhaltige Landwirtschaft in Russland: Weltbevölkerung ernähren, Umwelt schützen

Balance finden 
 Die Bedeutung einer nachhaltigen Landwirtschaft sei für Krasnodar kaum zu überschätzen, betonte der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, bei der Podiumsdiskussion. Doch die Landwirtschaft sei in erster Linie ein Geschäft, bei dem es um Erträge gehe. Die Aufgabe bestehe darin, eine Balance zwischen Wirtschaftsinteressen und einem nachhaltigen Ackerbau zu finden. Laut Kondratjew müssen mehr Rohstoffe direkt vor Ort zu fertigen Produkten verarbeitet werden und mehr Technologien für eine biologische Landwirtschaft entwickelt und zum Einsatz kommen. Dafür brauche die Region Krasnodar mit seinen großen Anbaugebieten Investoren – unter anderem auch aus Deutschland.

Enkeltaugliche Landwirtschaft 
 Alles, was in der Landwirtschaft unternommen werde, müsse enkeltauglich sein, betonte der deutsche Botschafter in Russland, Dr. Géza Andreas von Geyr. „Wir müssen den Grundgedanken Enkeltauglichkeit neu akzentuieren.“ Der Botschafter stimmte dem Gouverneur zu: Es müsse eine Balance gefunden werden zwischen Erträgen und Versorgungssicherheit auf der einen und Nachhaltigkeit auf der anderen Seite. Gerade Unternehmen wie CLAAS zeigen, so von Geyr, dass es auch um umweltfreundliche Antriebe und Emissionskontrolle gehe.

CLAAS versorge die Landwirtschaft mit modernster Technologie, um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, bekräftigte Bendisch. Sein Unternehmen bemühe sich daher um umweltschonende Mähdrescher.

Perry Neumann, Geschäftsführer von Kuehne + Nagel in Russland, beklagte, dass in Russland vielerorts weder die Kunden noch die Subunternehmer dem Abbau der CO2-Emissionen eine Priorität einräumen. Trotzdem biete sein Unternehmen CO2-Rechner an, welche den Kohlenstoffausstoß berechnen. Kuehne + Nagel habe mehrere Produkte und Lösungen zur Verringerung bzw. Kontrolle von Schadstoffen.

Partnerschaft bei Carbon Farming 
 Weder in Russland noch in Europa seien sich die Menschen der enormen Bedeutung des Bodens als Kohlenstoffspeicher bewusst, sagte Dr. Ljudmila Orlowa, Präsidentin der Nationalen Bewegung für konservierende Landwirtschaft. Doch gerade beim so genannten Carbon Farming würden sich große Kooperationsmöglichkeiten zwischen Russland und Deutschland bieten. Dabei handelt es sich um Maßnahmen zur Kohlenstoffanreicherung in landwirtschaftlich genutzten Böden. Die Grundidee liegt in der Zurückführung des vom Menschen in die Atmosphäre gebrachten Kohlenstoffs in den Boden.

Laut Ralf Bendisch, Russland-Chef des deutschen Landmaschinenherstellers CLAAS, haben die Deutschen die Rolle des größten Flächenstaates angesichts des wachsenden Drucks bei der Nahrungsmittelversorgung bereits definiert: „Russland muss zusammen mit uns die rasant wachsende Weltbevölkerung ernähren.“

Feedback
Kontakt
Business-Center Fili Grad, Beregovoy Proezd 5A K1, Etage 17, 121087 Moskau. Fili
Google Map
Telefon:

+7 495 234 49 50

Fax:

+7 495 234 49 51

Danke für Ihre Anfrage!