Nachhaltiges Produzieren lohnt sich

Auf welche Schwierigkeiten stoßen Unternehmen bei den neuen Umweltschutzauflagen? Was könnte die deutsch-russische Zusammenarbeit bewirken, um eine ökologisch nachhaltige Produktion in Russland voranzubringen? Diese Themen standen beim Ökologie-Panel auf dem Deutsch-Russischen Branchenforum der AHK im Mittelpunkt.

Nachhaltiges Produzieren lohnt sich

In Russland schreiben die Behörden dem Thema Ökologie nach und nach einen höheren Stellenwert zu. Im September kündigte Moskaus Stadtverwaltung an, bis 2023 mehr als 380 Milliarden Rubel in das ambitionierte Projekt „Umwelt“ zu investieren. Dieses setzt neue Richtlinien für Betriebe im größten Flächenland der Erde, um die schädlichen Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt zu reduzieren. Laut Gerit Schulze, Russland-Direktor von Germany Trade & Invest (GTAI), ist das Projekt nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich von Bedeutung. Denn russische Hersteller könnten die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte auf dem europäischen Markt deutlich verbessern, wenn sie ihren CO2-Fußabdruck verringern würden, sagte Schulze. Dieser Meinung waren auch andere Diskussionsteilnehmer.

Olga Kalaschnikowa, Ressortchefin Umwelt beim AHK-Mitgliedsunternehmen Severstal, betonte: „Mit Investitionen in Öko-Programme helfen wir nicht nur der Umwelt, sondern locken auch Investoren an.“ Der russische Stahlgigant folgt dem Nachhaltigkeitstrend und hat gleich mehrere Umweltprojekte am Start. Dazu gehören etwa die Verarbeitung von Midstream-Abfällen und der Abbau der Treibhausgasemissionen um drei Prozent bis 2023.

Dmitrij Jewdokimow, Abteilungsleiter Umwelt bei HeidelbergCement RUS, sagte, dass Heidelberg Cement bereits vor dem Start des Projekts „Umwelt“ mit der Einführung der besten verfügbaren Techniken (BVT) im Sinne des deutschen Paradigmas einer ökologisch ausgewogenen Produktion begonnen habe. 2018 sei im Gebiet Tula ein neues Werk eröffnet worden, in dem alle Prozesse auf den neuesten Stand gebracht worden seien, um die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren.

Nachhaltigkeit gehört in unserem Unternehmen zum Alltag

Dmitrij Jewdokimow, Abteilungsleiter Umwelt bei HeidelbergCement RUS

Dmitrij Semljakow, Finanzdirektor von Fingo-Komplex, berichtete über grüne Technologien in Russland, die im Ausland gefragt sind. Fingo-Komplex stellt Industriefilter her, mit denen der Ausstoß von Schadstoffen signifikant gesenkt werden kann.

Gesprochen wurde auch über die Herausforderungen der industriellen Ökologie für die Unternehmen. Jurij Maximenko, Vizechef des Umweltausschusses des Russischen Unternehmerverbands RSPP, konstatierte, dass viele russische Unternehmen dem Projekt „Umwelt“ mit Skepsis begegnen würden. Nach seiner Einschätzung sollte die Beantragung einer Umweltgenehmigung genaueren Regeln und Kriterien unterliegen. Julia Grischtschenkowa, Russland-Chefin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, die die Diskussion moderierte, hält es für ziemlich schwierig, die ehrgeizigen Umweltprojekte der Regierung noch termingerecht umzusetzen: „Wir setzen uns unrealistische Ziele.“ Gerit Schulze nannte es ein Problem, dass der russische Markt für Umwelttechnologien nur unzureichend entwickelt sei.

Eine Lösung könnte die Online-Plattform Germantech sein, die von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) gelauncht wurde. Sie bietet deutschen Unternehmen, die Erfahrung mit der Abfallbehandlung, Wasser- und Luftreinigung, Bodensanierung und sicheren Wasserstofftechnologien haben, Möglichkeiten für einen Dialog mit ihren russischen Partnern. Die deutsche-russische Zusammenarbeit könnte die „grüne Modernisierung“ des Produktionsstandortes Russland entscheidend vorantreiben.

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