Globus

Frische im Überfluss

Ein Familienunternehmen aus dem Saarland bietet Russland eine große Auswahl an heimischen Lebensmitteln

Souverän steuert eine Babuschka, eine russische Großmutter, ihren Einkaufswagen durch die breiten Gänge. Ende der Achtzigerjahre musste sie als Mutter vor armselig mit Waren bestückten Läden warten, um die Familie mit den drei kleinen Kindern satt zu bekommen. Heute ist das anders. Längst sind in Russland die Supermarktregale ebenso voll wie im Westen. Obst und Gemüse, Fleisch und Teigwaren gibt es im Überfluss. 

Im neusten russischen Hypermarkt der Handelskette Globus reichen die Lebensmittel sogar aus, um eine ganze Kleinstadt zu bekochen.

Das müssen sie auch, denn bis zu 30 000 Menschen legen hier im Vorort Kotelniki am Moskauer Stadtrand täglich ihre Einkäufe aufs Band, zahlen an einer von über hundert Kassen oder scannen den Strichcode an einer Selbstbedienungskasse, damit es schneller geht. 

Von oben schaut ihnen das Konterfei eines Deutschen in den Einkaufswagen, der vor mehr als zweihundert Jahren geboren wurde. Auf dem großen Plakat verspricht Franz Bruch „samoe lutschee obsluschiwanije“, besten Service würde man heute auf Deutsch sagen. Die „billigste und reellste Bedienung“ lautete die Losung, als der Kaufmann 1828 im saarländischen Sankt Wendel ein Handelshaus eröffnete und damit den Grundstein für das Unternehmen Globus legte. 

Heute hat Globus sich zu einer der größten deutschen Einzelhandelsketten entwickelt und betreibt in vier Ländern mehr als siebzig riesige Warenhäuser, neunzig Baumärkte und sechs Elektrofachgeschäfte.

In Deutschland, Luxemburg, Tschechien und Russland beschäftigt der Konzern fast 45 000 Mitarbeiter und setzt mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr um. In fünfter Generation leitet Thomas Bruch den Familienbetrieb. Er war es auch, der die Globus-Hypermärkte 2006 in den größten Flächenstaat der Erde brachte.

Blick ins Lager des Marktes in Puschkino nahe Moskau.

In der Metzgerei.

In den Märkten wird täglich frisch gebacken.

Der Beginn des Jahrtausends war eine goldene Zeit für den Einzelhandel in Russland. An den Rändern der großen Städte schossen Super- und Hypermärkte aus dem Boden und ebenso rasant wuchs der Umsatz der Konzerne, die den riesigen Markt im Osten für sich entdeckt hatten. Produkte aus dem Westen waren begehrt und immer mehr Russen konnten sie sich leisten. Zeitweise galt ihr Land als einer der lukrativsten Märkte für den Einzelhandel. Der große Boom ist mittlerweile vorbei. Einheimische Supermarktketten machen Ausländern mächtig Konkurrenz. Lebensmittel wie Käse, Fleisch und Obst sind in jüngster Vergangenheit teurer geworden. Trotzdem gibt es in Russland noch immer großes Potenzial für Handelsketten wie Globus.

Die Saarländer setzen in ihren russischen wie auch in ihren anderen Märkten vor allem auf regionale Produkte. Was das heißt, kann man in den Globus-Hypermärkten morgens um fünf Uhr beobachten. Lastwagen bringen das frische Fleisch von Schlachthöfen in Zentralrussland, oft aus der unmittelbaren Umgebung: halbe Schweine und Jungbullen, alles gut gekühlt, nicht tiefgefroren oder vakuumverpackt.

Nach der Qualitätskontrolle machen sich die Metzger an die Arbeit.

Sie zerlegen die großen Stücke, schneiden Schnitzeln, spießen Schaschlik auf und marinieren oder verarbeiten sie zu Wurst nach traditionellen deutschen, russischen aber auch tschechischen Rezepten.

Frisch und wenn möglich regional, das gilt auch für die hauseigene Fisch- und die Sushi-Abteilung und für die Konditorei und Bäckerei, wo deutsches Bauern- und Roggenbrot ebenso in den Ofen kommen wie russische Varianten mit Buchweizen. Mehr als zweihundert Sorten Gebäck entstehen direkt in den Märkten.

„Wir wollen die Expansion vorantreiben und mindestens ein bis zwei neue Standorte pro Jahr eröffnen."

Inzwischen erwirtschaftet Globus in Russland mehr als eine Milliarde Euro im Jahr und hat mehr als ein Dutzend Hypermärkte gebaut. „Wir wollen die Expansion vorantreiben und mindestens ein bis zwei neue Standorte pro Jahr eröffnen“, erklärt Volker Schaar, Sprecher der Geschäftsführung von Globus Russland.  Schon jetzt beschäftigt das Unternehmen hier mehr als 10 000 Mitarbeiter, darunter Bäcker und Metzger, die Globus gemeinsam mit einer Berufsschule und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) selbst ausbildet, genau wie seine Köche. 

Als eine von wenigen Lebensmittelketten betreiben die Saarländer in den Märkten eigene Restaurants. Dort kommen Klassiker und saisonale Gerichte auf den Tisch – von Pasta und Pizza über Deftiges wie Kassler und Leberkäse bis zu süßen „Bliny“, den russischen Pfannkuchen. Das Restaurant gehört zu dem, was Globus „Erlebniseinkauf“ nennt.

Die Kunden kommen nicht nur, um schnell etwas zu besorgen.

Am Wochenende fährt die ganze Familie mit zum Hypermarkt, der dann bis spätabends oder sogar durchgehend geöffnet ist. Die Kinder vertreiben sich die Zeit in der Spielecke, während die Eltern sich von der riesigen Auswahl inspirieren lassen. Vor leeren Regalen Schlange zu stehen, das können sie sich hier überhaupt nicht mehr vorstellen.

Fotos: Hans-Jürgen Burkard

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