REHAU

Unendlich nützlich

Wie ein Spezialist für Kunststoffe mit seinen Polymeren Russland modernisiert

Kaum eine deutsche Kleinstadt ist so vielen Russen ein Begriff wie das fränkische Rehau. Das nach seinem Gründungsort benannte Unternehmen ist in Russland ein Synonym für Kunststofffenster so wie es Tempo in Deutschland für Papiertaschentücher wurde. „Okna Rehau“, die Rehau-Fenster, sind seit Jahren die meistverkauften im Land und nach Studien von unabhängigen Marktforschern fast zwei Dritteln der Bevölkerung bekannt.

Seit seiner Gründung Ende der Vierzigerjahre ist das familiengeführte Unternehmen zu einem internationalen Konzern geworden, der mit 20000 Mitarbeitern in mehr als siebzig Ländern einen Jahresumsatz von mehreren Milliarden Euro erwirtschaftet. 

Sein Erfolg fußt auf den nahezu unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten der Werkstoffe aus Polymeren, auf die sich der Mittelständler von Beginn an spezialisiert hat.

So helfen Rehau-Polymere als robuste aber besonders leichte Bauteile, das Gewicht von Flugzeugen und Fahrzeugen gering zu halten. In jedem dritten in Europa produzierten Auto sind Stoßfänger und andere Leichtbaukomponenten von Rehau zu finden. Im Möbeldesign werden seine Beschichtungen zur Verkleidung von Küchenfronten und -arbeitsplatten angewendet. Hightech-Rohre aus Polyethylen kommen in der Wasserversorgung, der Heizungs- und Abwassertechnik zum Einsatz.

Seit 1995 ist Rehau auch in Russland aktiv, wo es 600 Mitarbeiter beschäftigt. Seine Produkte finden sich auch unter der Fußgängerzone der Moskauer Manege, der Ausstellungshalle unweit der Kremlmauern. Dreißig Kilometer Rohre mäandern unter der Oberfläche. Sie sind nur wenige Zentimeter dick, rosten nicht, halten mindestens ein halbes Jahrhundert und müssen nicht gewartet werden. In ihnen zirkuliert heißes Wasser und wärmt die Pflastersteine kostengünstiger als herkömmliche Stromheizungen. So bleiben die Wege im Winter frei von Schnee und Schmutz, ganz ohne Streusalz und Chemie. Auch an anderen prominenten Orten in Russland ist Rehau präsent. 

Als das Land seine Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft herrichtete, setzte es meist auf Rasenheizungen von Rehau, die das Gras nicht nur wärmen, sondern im Sommer auch kühlen.

In den großen russischen Flughäfen sind ebenfalls Anlagen von Rehau zu finden und versorgen sie mit ebenso mit Wasser wie auch eines der berühmtesten Gebäude des Landes, das Bolschoi-Theater. Wärme und Wasser benötigt auch die neueste Attraktion in Moskau, der Park Sarjade zwischen Basilius-Kathedrale und der Moskwa. In ihm wachsen Pflanzen aus allen Teilen Russland ganzjährig in verschiedenen künstlichen Klimazonen. Die Stadt vertraute bei diesem Prestigeprojekt in unmittelbarer Nähe zum Kreml auf Rohre von Rehau. Sie zählen inzwischen zu den meistverkauften Rohren in Russland und helfen dem Land dabei, sparsamer mit Energie umzugehen.

Energieeffizienz ist eine der Achillesfersen der russischen Wirtschaft, Fabriken und Kraftwerke verbrauchen viel mehr Energie als in anderen Ländern. Das Einsparpotenzial ist riesig. Das gilt nicht zuletzt für die Wohnungswirtschaft. Auf dem Weg von den Kraftwerken zu den Haushalten geht viel Energie verloren, durch alte Fenster entweicht ein weiterer Teil der Wärme. 

Rehau hat früh das Thema Energiesparen in Russland aufgegriffen und den enormen Sanierungs- und Renovierungsbedarf im Baubereich erkannt. 2005 eröffnete es deshalb östlich von Moskau eine Fabrik für Fenster- und Türprofile aus PVC, die zweitgrößte des Unternehmens weltweit. „Das war eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte von Rehau“, sagt der Russlandchef von Rehau und Geschäftsführer für Osteuropa Konstantin Gajnullin. 

Achtzig Millionen Euro hat Rehau in den Standort im Dorf Gschel investiert. Zu neunzig Prozent werden die Produkte dort lokal gefertigt.

Fenster und Fassaden sind der größte Geschäftsbereich von Rehau in Russland. Obwohl der Markt wie die gesamte Bauwirtschaft nach 2014 stark eingebrochen ist, konnten das Unternehmen und seine Partner, die Fensterbauer und -händler, die Verkäufe steigern. Dafür entwickelt Rehau nicht nur neue Produkte und wirbt im Fernsehen zur besten Sendezeit. Es lädt Architekten und Designer zu Frühstücken ein, wo sie aus erster Hand erfahren, welche gestalterischen Möglichkeiten ihnen die Innovationen von Rehau bieten. Außerdem durchlaufen in Moskau und anderen Metropolen von Sankt Petersburg bis Chabarowsk im Fernen Osten jedes Jahr viertausend externe Spezialisten die Rehau Akademie.

In Seminaren lernen sie, die Fensterprofile, Rohre und Möbelkomponenten des Unternehmens fachmännisch zu verbauen und Kunden über deren Vorzüge zu informieren. Dabei überzeugen sich die Installateure und Monteure selbst von der Qualität der Lösungen von Rehau, die auch die Endkunden begeistern, wie Umfragen zeigen. „Wer großen Gefallen an etwas gefunden hat, wird es weiterempfehlen“, sagt der Geschäftsführer für Verkauf und Marketing in Osteuropa Andrej Belojedow. 

So erfährt allmählich das ganze Riesenland, wie unendlich nützlich Polymere aus dem fränkischen Rehau sein können.

Fotos: Evgeny Kondakov 

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