Agrarindustrie brummt auch in der Corona-Krise

Obwohl die meisten Bereiche der Wirtschaft von der Pandemie schwer getroffen wurden, boomte die Agrarindustrie in Russland auch im Krisenjahr. Das Gebiet Moskau bleibt einer der attraktivsten Orte für Investitionen in die russische Landwirtschaft, da die regionale Versorgung der Hauptstadt noch Wachstumspotential hat und die Kaufkraft stärker ist als in anderen Regionen

Agrarindustrie brummt auch in der Corona-Krise

In der Region Moskau werden 60.000 Tonnen Käse pro Jahr produziert, aber die Moskauer verzehren bis zu 200.000 Tonnen. Man kann deutlich erkennen, dass es sich rentiert, an dem Ort zu produzieren, an dem konsumiert wird, um die Transportkosten zu sparen“, erklärte Andrej Rasin, Landwirtschaftsminister des Gebiets Moskau.

„Unsere Branche unterscheidet sich von anderen, weil Kühe keine Maschinen sind, die man einfach abschalten kann.“ scherzte Wolfgang Bläsi, Vorstandsmitglied der Ekosem-Agrar AG. Die Firma ist unter der Marke Ekoniva bekannt, wurde vom deutschen Milchbauern Stefan Dürr gegründet und ist mit mehr als 150 000 Kühe zum größten Milchproduzenten Russlands und Europas aufgestiegen. Er sei sehr stolz darauf, dass das Unternehmen trotz seines systemrelevanten Status während der Krise nicht auf staatliche Zuschüsse angewiesen war. Milchproduzent Ekoniva als eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in der Branche spürte dennoch die Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs, da der Risikoappetit potenzieller Partner für Expansionen geringer war als in den Vorjahren.

Auch an der Deutschen Milchkontor GmbH ging die Krise laut deren Geschäftsführer Oleg Maister nicht spurlos vorbei. Obwohl die erste Welle der Pandemie gut überstanden wurde, ging die Kaufkraft in den vergangenen Monaten merklich zurück. Deshalb sei man nicht so stark gewachsen, wie erwartet.

„Vor einigen Jahren mussten wir für unsere Chips-Produkte Kartoffeln aus Ländern wie Polen oder der Türkei importieren, weil es auf dem russischen Markt nicht die richtigen Sorten gab. Jetzt werden alle unsere Kartoffeln in Russland angebaut“, erklärte Alexander Kostikow, Leiter Kommunikation von PepsiCo Russland.

PepsiCo ist in Russland ein bekanntes Unternehmen, das vor allem für seine Softgetränke steht, aber auch Marken wie „Lay’s Chips” unter seinem Dach hat. Mehr als 20.000 Beschäftigte sind für das multinationale Unternehmen in Russland tätig, das als eine der wenigen westlichen Firmen bereits in der Sowjetunion Getränke verkauft hat.

Das Agrarindustrieunternehmen Raigorod arbeitet eng mit PepsiCo zusammen und hat damit einen zuverlässigen Abnehmer. Die Abwertung des Rubels sei jedoch ein Problem, da ein Großteil der landwirtschaftlichen Maschinen in Europa oder Nordamerika gekauft werde, sagte Alexander Schilin, Generaldirektor von Raigorod.

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