Deutsch-russische Wasserstoffkooperation

Firmen aus beiden Ländern wollen Pilotprojekte zu nachhaltiger Energie auf den Weg bringen, erklärt die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau.

Deutsch-russische Wasserstoffkooperation

Deutsche und russische Firmen wollen bei der Zukunftstechnologie Wasserstoff eng zusammenarbeiten, gemeinsame Pilotprojekte auf den Weg bringen und Russland zu einem Hauptlieferanten für Wasserstoffexport nach Deutschland und Europa machen. Dies erklärten Topmanager und der für die russische Wasserstoffstrategie zuständige stellvertretende Energieminister Pawel Sorokin beim Branchenforum der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau vor mehr als tausend Online-Teilnehmern. „Mit Wasserstoff als nachhaltigem Energieträger wollen und werden wir die seit Jahrzehnten insbesondere bei Gas und Öl erfolgreiche Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Russland fortschreiben“, sagte Torsten Murin, Managing Director von  Wintershall Dea Russia und Leiter der Initiativgruppe Wasserstoff der AHK. 

 „Wir sind in engem Kontakt mit deutschen Unternehmen, um bei Wasserstoff auf allen Ebenen zusammenzuarbeiten“, erklärte der stellvertretende Energieminister Pawel Sorokin. „Bei der Herstellung, beim Transport und beim Verbrauch von Wasserstoff.“ 

Russlands führender Wasserstoff-Forscher und Mitautor der russischen Wasserstoff-Roadmap Jurij Dobrowolskij schlug vor, die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 auch für den Transport von in Russland produziertem Wasserstoff nach Deutschland zu nutzen sowie deutsche Technologien bei der 700-Kilometer-Autobahn von Moskau nach Kasan, die Hauptstadt der Republik Tatarstan, einzusetzen. Die Straße soll auch für wasserstoffgetriebene Lastkraftwagen und Pkw ausgebaut werden.

Bei der Russlandkonferenz der AHK und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) am 18. Februar in Berlin hatten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und eine russische Delegation mit Wladimir Putins Berater Maxim Oreschkin, Industrieminister Denis Manturow und dem stellvertretenden Energieminister Pawel Sorokin eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu Wasserstoff und einer klimaneutralen Energiepolitik angekündigt. Die AHK, mit 1000 Mitglieder größter ausländischer Wirtschaftsverband in Russland, hat in einem Positionspapier zur Wasserstofftechnologie bereits im Sommer vorgeschlagen, ein deutsch-russisches Pilotprojekt zügig auf den Weg zu bringen.

Andreas Kuhlmann, CEO der Deutschen Energie-Agentur (Dena), erklärte beim AHK-Branchenforum: „Wir wollen russisches Know-how mit deutscher Technologie kombinieren. Die vorhandene Infrastruktur in Russland ist sehr gut.“ 

Jewgenij Pakermanow, Präsident von Rusatom Overseas, einer Tochter des russischen Staatskonzerns Rosatom, verwies auf die günstige CO2-Bilanz von aus Atomstrom hergestelltem Wasserstoff, was „auch die Europäische Kommission so sieht“, und auf die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit deutschen Firmen wie beispielsweise Siemens.  

"Siemens hat eine lange Tradition in Russland und wir sehen großes Potenzial für eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet Wasserstoff“, sagte Armin Schnettler, Executive Vice President und CEO von New Energy Business bei Siemens Energy, auf dem AHK-Branchenforum. "Wir sind bereits in Gesprächen über Großprojekte - da wir einer der Marktführer bei wasserbetriebenen Zügen sind, könnte dies ein Bereich der Zusammenarbeit sein - wir sollten groß denken!”

Markus Schöffel von ThyssenKrupp Steel Europe AG sieht Russland auch künftig als einen der wichtigsten Akteure im Energiebereich: "Das Land hat große Chancen, einer der Profiteure des zunehmenden weltweiten Fokus auf eine Energiewirtschaft mit geringem CO2-Ausstoß zu werden. Russland ist bereits einer der größten Erdgasexporteure, hat daher die Infrastruktur, um ein Akteur auf dem Gebiet der Wasserstoffenergie zu sein, und die Möglichkeiten, im größten Land der Erde erneuerbare Energie zu erzeugen, sind ebenfalls gigantisch!


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