Deutsch-Russischer Unternehmerrat mit ersten Erfolgen

Der im Dezember auf Vorschlag von Vizepremier Andrej Beloussow gegründete Deutsch-Russische Unternehmerrat kann erste Erfolge vorweisen. Dies wurde auf der gestrigen zweiten Sitzung des neuen Gremiums deutlich.

Deutsch-Russischer Unternehmerrat mit ersten Erfolgen

Reiseerleichterungen angekündigt

Die russische Regierung hat auf der gestrigen Unternehmerratssitzung weitere Reiseerleichterungen für deutsche Staatsbürger in Aussicht gestellt. Die 14-tägige Pflichtquarantäne nach Einreise für hochqualifizierte Spezialisten (HQS) und Techniker könnte künftig unter bestimmten Voraussetzungen entfallen – etwa bei Vorlage eines negativen PCR-Tests oder eines Antikörpertests, der eine Immunität gegen das Coronavirus nachweist. „Ich hoffe auf nachholende Investitionen. Darauf, dass sich die vielen Projekte, die wegen Corona aufgeschoben worden sind, nun realisieren, wenn Investoren wieder einreisen können“, erklärte Rainer Seele, AHK-Präsident und Co-Vorsitzender des Unternehmerrates, zu Beginn der Sitzung. In einem Positionspapier hatte die AHK bereits im Oktober die Grenzöffnung für Geschäftsleute, die mehrmalige Einreise von Hochqualifizierten, die Ausweitung des Flugplans und die Wiederaufnahme der Visavergabe vorgeschlagen. Ein Teil der Forderungen ist umgesetzt worden.

Wirtschaftsminister Reschetnikow lobt deutsche Wirtschaft

Deutschland ist der zweitwichtigste Handelspartner Russlands und die deutsche Wirtschaft investiert weiter kräftig in Russland, lobte Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow, russischer Co-Vorsitzender des Unternehmerrats, auf der gestrigen Sitzung. „Deutsche Firmen sind Residenten russischer Sonderwirtschaftszonen und führend beim Abschluss von Sonderinvestitionsverträgen.“ Kooperationschancen sieht der Minister in Bereichen wie Gesundheit, Logistik und grüne Energie. „Wir verbessern das Geschäftsklima und gesetzliche Voraussetzungen für Innovationen.“ Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und ebenso Co-Vorsitzender des Unternehmerrates, hob die Anstrengungen deutscher Unternehmen bei der Lokalisierung in Russland hervor. „Sehr viele Unternehmen, davon viele mittelständische und familiengeführte, haben massiv in die lokale Produktion investiert.“

REZ-Chefin Nikischina: 1,2 Mrd. Dollar Deutschlandexporte

Weronika Nikischina, Chefin des Russischen Exportzentrum (REZ), nannte Deutschland einen strategisch wichtigen Partner für russische Exporteure, lobte die Zusammenarbeit mit der AHK und dem Ost-Ausschuss und unterstützte die Bemühungen der AHK um einen grünen Zollkorridor zwischen Russland und Deutschland bzw. der Europäischen Union. Im Jahr 2020 habe das REZ im Handel mit Deutschland Versicherungsunterstützung für 41 Exportprojekte im Gesamtwert von 1,2 Mrd. US-Dollar sowie Kreditgarantien im Umfang von 12 Mio. US-Dollar geleistet.

Firmenvertreter kamen zu Wort

Maxim Schachow, Russlandchef des Autozulieferers Schaeffler, AHK-Vorstandsmitsglied und Leiter des AHK-Mittelstandskomitees, plädierte beim Unternehmerrat für eine Erhöhung der russischen Wettbewerbsfähigkeit. Russland müsse sich zum Standort für Hightech-Produktion entwickeln und attraktive Exportprodukte hervorbringen. Dabei berief sich Schachow auf eine Umfrage des AHK-Mittelstandskomitees, nach der die Mehrheit der Befragten bereits in die EU exportieren oder entsprechende Pläne verfolgen. Vize-Wirtschaftsminister Wladimir Iljitschow erklärte die Bereitschaft zur intensiveren Zusammenarbeit mit der AHK und der deutschen Wirtschaft im Bereich Export.

Andrej Filatow, Russlandchef des deutschen Softwareriesen SAP, der Mitglied der Deutsch-Russischen Initiative für Digitalisierung (GRID) ist, beklagte die illegale Nutzung von Lizenzen auf dem russischen Markt. Zudem beklagte er die immer stärkende Importsubstitution im Softwarebereich, die deutsche und ausländische Hersteller unter Druck setzt. Die russische Seite erklärte, hier wenig Spielraum zu haben. Durch die westlichen Sanktionen gegen Russland sei die Regierung zur Importsubstitutionspolitik im Softwarebereich gezwungen. Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms forderte unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren für Medizintechnikprodukte deutscher Produzenten.

Thorsten Gutmann, AHK Russland 

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