Digitalisierung und Industrie 4.0 im Werkzeugmaschinenbau und in der Metallbearbeitung

Man kann sich im Werkzeugmaschinenbau oder in der Metallbearbeitung kaum ein erfolgreiches modernes Unternehmen vorstellen, das ohne Industrie 4.0 und intelligente Produktion auskommt. Denn mit diesen Ansätzen lassen sich die Produktivität steigern, Ausschuss und Unterbrechungen in der Produktion vermeiden. Wer aber als Produzent das Internet der Dinge im Unternehmen nutzt, geht neue Risiken ein. Die deutsche-russische Zusammenarbeit im digitalen Werkzeugmaschinenbau und in der Metallbearbeitung, Innovationen und Cybersicherheit waren Themen auf der Konferenz der Deutsch-Russischen Initiative zur Digitalisierung der Wirtschaft (GRID) am Dienstag. Auf der Veranstaltung wurde zudem feierlich bekannt gegeben, dass der GRID ein neues Mitglied beigetreten ist.

Digitalisierung und Industrie 4.0 im Werkzeugmaschinenbau und in der Metallbearbeitung

Schaeffler tritt der Digitalisierungsinitiative bei

„Die Digitalisierung sollte gemeinsamer Nenner für die zahlreichen Veränderungen in der Welt von heute sein“, sagte Maxim Schachow, Geschäftsführer von Schaeffler Russland und AHK-Vorstandsmitglied. „2020 haben wir den ‚Fahrplan 2025‘ angenommen,  der Themen wie Sicherheit, Urbanisierung, Mobilität, Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit in den Fokus nimmt. Ohne Digitalisierung lassen sich diese Herausforderungen nicht erfolgreich bewältigen.“ Die Kooperation, der Austausch und die Arbeit an gemeinsamen Projekten in diesem Bereich könnten die digitale Transformation von Schaeffler und die Digitalisierung in ganz Russland vorantreiben, sagte Schachow. Gerade das sei der Grund, warum Schaeffler der Deutsch-Russischen Initiative zur Digitalisierung der Wirtschaft (GRID) beitrete.

Russisch-deutsche Zusammenarbeit 4.0

Dr. techn. Boris Pozdneev, Professor an der Moskauer Staatlichen Technischen Universität STANKIN und Vorstandsvorsitzender des Verbandes „Digitale Innovationen im Maschinenbau“ (ACIM), verwies in seinem Vortrag darauf, dass die aus Deutschland stammenden Ideen der Industrie 4.0 sich über die ganze Welt verbreitet hätten. Auch Russland sollte sich in die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich einbinden. Eine Vereinheitlichung der in den beiden Ländern verwendeten Ansätze, die Entwicklung einheitlicher Standards, der gegenseitige Warenverkehr und gemeinsame Pilotprojekte in der intelligenten Produktion wären die wichtigsten Schritte, um russisch-deutsche Kooperationen im digitalen Werkzeugmaschinenbau und in der Metallbearbeitung voranzubringen, meinte Pozdneev. „Auch die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte ist enorm wichtig“, betonte er und schlug vor, ein Deutsch-Russisches Kompetenzzentrum ins Leben zu rufen.

In Russland gebe es bereits mehrere Initiativen, um Spezialisten aus dem innovativen digitalen Maschinenbau zusammenzubringen, sagte Pozdneev. Der Verband „Digitale Innovationen im Maschinenbau“ (ACIM) etwa sei mit dem Ziel gegründet worden, die Kräfte der führenden Industriezweige zu bündeln, um die nationale Digitalwirtschaft aufzubauen. Der neue Koordinationsrat für digitale Entwicklung beim russischen Unternehmerverband RSPP sei mit der Ausarbeitung und Implementierung einheitlicher Standards im Bereich der Digitalisierung betraut.

Industrie 4.0 und Smart Factory

Sebastian Held, Senior Sales Consultant bei Schaeffler Digital Solutions, erzählte, wie Technologielösungen des Chemnitzer Softwareherstellers Unternehmen bei der Einführung von Industrie 4.0 und bei der digitalen Transformation helfen. Er ging insbesondere auf autinityVC ein, eine Softwarelösung von Schaeffler Digital Solutions, die ermöglicht, Produktionsprozesse mit hoher Präzision in Echtzeit zu überwachen. AutinityVC analysiere mit speziellen Sensoren den Schwingungsbereich der beweglichen Teile einer Anlage, erfasse Daten und reagierte automatisch auf Abweichungen. Die kontinuierliche Analyse helfe, die Genauigkeit in der Produktion zu erhöhen, Ausschuss und Ausfall zu vermeiden und am Ende Kosten zu senken und die Qualität zu verbessern.

Andrey Sirotin, Abteilungsleiter Industrie 4.0 bei Schaeffler Russland, stellte Produkte und Lösungen der Schaeffler-Gruppe vor, mit denen sich die größten Herausforderungen  im Werkzeugmaschinenbau bewältigen lassen. Das Ziel: Die Produktivität und Betriebsbereitschaft der Anlagen durch Automatisierung und Digitalisierung aller Prozesse erhöhen und gleichzeitig die wachsenden Qualitätsanforderungen erfüllen. Mehr über die Lösungen der Schaeffler-Gruppe erfahren Sie in dieser Präsentation.

Dmitriy Kremnev, Ingenieur für industrielle Automatisierung bei Bosch Rexroth, gab eine Übersicht über die digitalen Lösungen des Unternehmens, um die Leistung der  Metallbearbeitungsmaschinen zu verbessern. Nexeed IAS etwa helfe bei der Lösung von Aufgaben im Bereich der schlanken Produktion und des industriellen Internet der Dinge. „Dieses System kann die KPIs der Produktionslinien und den Zustand der Anlagen überwachen und eine Fehlerstatistik führen“, erklärte Kremnev. Über weitere Lösungen von Bosch Rexroth erfahren Sie unter diesem Link.

Dmitriy Kokarev, führender Experte für Produktionslösungen bei SAP CIS, zeigte an einem konkreten Beispiel, wie sich bei SAP der Übergang von strategischen Bedürfnissen zu konkreten Schritten in den betrieblichen Geschäftsprozessen mit automatisierter Steuerung in allen Etappen vollzieht. Die Präsentation finden Sie unter diesem Link.

„Additive Technologien lassen die technischen Grenzen verschwinden“

Mikhail Chub, Produktmanager für additive Technologien bei DMG Mori, erzählte, wie additive Technologien den Weg in eine hochtechnologische und nachhaltige Zukunft bahnen könnten. Bei additiven Fertigungsverfahren würden Gegenstände schichtweise synthetisiert, faktisch dreidimensional gedruckt, erklärte er. „Bei Google und Yandex findet man schon Milliarden Links zu diesem Thema, was dafür spricht, dass additive Technologien zunehmend Interesse finden“, führte Chub aus.

Ihre Hauptvorteile seien Nachhaltigkeit, niedrige Kosten, Personalisierung sowie die Möglichkeit, komplexe Gegenstände effektiv zu erzeugen. Mit 3D-Druck könnten zum Beispiel komplizierte Konstruktionen und Teile mit komplizierten und einzigartigen Formen vor Ort gefertigt und so viele Produktions- und Transportetappen übersprungen und Produktionskosten eingespart werden. Deshalb werde die additive Fertigung, die „die technischen Grenzen verschwinden lässt“, künftig an die Stelle der aufwendigen Massenfertigung treten, sagte Chub. Nach seinen Worten könnten 3D-Drucker in Zukunft nicht nur auf der Erde, sondern auch im All zum Einsatz kommen, etwa beim Wohnungsbau in Kolonien auf anderen Planeten. 

Cyberimmunität statt Cyberantidot

„Cyber-Vorfälle sind seit fünf Jahren ein erhebliches Geschäftsrisiko für Unternehmen“, stellte Andrey Suvorov, Geschäftsführer von Adaptive Industrial Technology (APROTECH), fest und berief sich dabei auf eine Studie des Allianz Risk Barometers. Nach seinen Worten greifen Hacker immer öfter zu neuen Taktiken, indem sie Industriecomputer großer Unternehmen attackieren, Produktion lahmlegen und für die Freigabe Lösegeld fordern.

Die herkömmliche Lösung, in jedem Einzelfall die Schwachstelle zu entdecken und mit einem passenden Antidot zu schließen, könne in der Industrie 4.0 nicht mehr die erforderliche Sicherheit gewährleisten. Deshalb biete APROTECH mit dem Kaspersky Iot Secure Gateway (KISG) 100 eine Alternative zu den herkömmlichen Antivirenprogrammen an, die helfe, eine Art „digitale Immunität“ zu entwickeln und Computer der Industrieunternehmen dauerhaft zu schützen. „Das ist das erste Gerät, das keine Antivirenprogramme benötigt, was in einer Welt des Internet der Dinge von prinzipieller Bedeutung ist“,  erklärte Suvorov.

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