Russische Atomkraft für die Welt

Russische Atomenergie ist ein weltweiter Exportschlager. Seit 2000 hat Russland mehr atomare Energietechnologie ins Ausland verkauft als die USA, Frankreich, China, Südkorea und Japan zusammen, andere führende Atomkraft-Nationen.

Russische Atomkraft für die Welt

Die staatliche Atombehörde Rosatom baut eigenen Angaben zufolge aktuell mehr als 30 neue Reaktoren, darunter in Finnland, Ungarn, Türkei, Ägypten, Indien, China und Bangladesch (Lieferungen dorthin im Bild). Der Gesamtwert aller ausländischen Projekte wird von Rosatom mit 200 Milliarden Dollar beziffert. Die Attraktivität der russischen Atomindustrie erklärt sich laut dem Stockholmer International Peace Research Institute (SIPRI) durch „All-inclusive-Pakete“, die den gesamten Kernbrennstoffkreislauf abdecken. Rosatom bietet flexible Finanzierungsoptionen und Schulungen – egal ob für Nukleareinsteiger, die ein ziviles Programm von null starten, oder für etablierte Nuklearländer, die spezifische Dienstleistungen benötigen. In Russland selbst betreibt Rosatom elf Kernkraftwerke mit 37 Reaktorblöcken. Im Autonomen Kreis der Tschuktschen ist außerdem seit Mai 2020 das erste schwimmende Kernkraftwerk der Welt im Einsatz, die „Akademik Lomonossow“. Im vergangenen Jahr deckte die Kernenergie 20% der gesamten Stromerzeugung in Russland, jedoch sind derzeit nur wenige Neubauten von AKW-Reaktoren in Russland geplant.  / Capital (DE) 

Großzügige Finanzierungsprogramme

Vor allem für Entwicklungsländer ist die Finanzierung großer Nuklearprojekte eine Herausforderung. Deshalb gewährt Rosatom seinen Kunden langjährige Kredite, die durch den russischen Vermögensfonds abgesichert sind.

Laut dem SIPRI-Bericht deckt Russland in Bangladesch 90% der Kosten des AKW durch die Bereitstellung von Krediten. Das von Russland gewährte Darlehen macht somit etwa die Hälfte der gesamten ausstehenden Auslandsschulden von Bangladesch aus. In Ungarn schlug Russland sogar vor, 100% der geschätzten 12 Milliarden US-Dollar zu finanzieren, und in Ägypten hat Russland sich bereit erklärt, ein Darlehen in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar bereitzustellen, das ab 2029 über einen Zeitraum von 22 Jahren zurückgezahlt werden soll.

Rückschlag in Tschechien

Auch in Tschechien wollte Russland einen Megaauftrag an Land ziehen. Bis 2036 ist der Bau eines neuen Reaktorblocks im südmährischen Kernkraftwerk Dukowany geplant – etwa 35 Kilometer südwestlich von Brünn sowie 100 Kilometer nördlich von Wien. Auftragswert: sechs Milliarden Euro. Rosatom galt gegenüber seinen Mitbewerbern aus Frankreich, Südkorea und den USA als Favorit. Doch die jüngsten diplomatischen Verwerfungen zwischen Moskau und Prag könnten laut Experten dazu führen, dass Rosatom von der Ausschreibung ausgeschlossen wird. Die tschechische Regierung wirft dem russischen Geheimdienst vor, für eine Explosion im Munitionsdepot Vlachovice im Jahr 2014 verantwortlich zu sein. Als Reaktion haben beide Länder im April Diplomaten ausgewiesen. In Tschechien gibt es derzeit zwei Kernkraftwerke: Dukowany und Temelín. Die Meiler sind beide sowjetischen Ursprungs. / RFERL (EN) 


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