WM - Ein Jahr danach

Ein Jahr nach der Fußball-Weltmeisterschaft trägt die Euphorie vielerorts immer noch.

WM - Ein Jahr danach

Ein Jahr nach der Fußball-Weltmeisterschaft trägt die Euphorie vielerorts immer noch. Die Besucherzahl der russischen "Premjer-Liga" in der Saison 2018/19 ist im Vergleich zur Vorjahressaison um 20% auf durchschnittlich 16.817 Zuschauer angestiegen – ein historischer Rekord. Damit liegt Russland nicht mehr weit hinter der italienischen Serie A mit 25.500 Besuchern. Der Titelgewinner Zenit St. Petersburg feierte beim Spiel gegen ZSKA Moskau einen 35-Jahres-Rekord von 61.494 Zuschauern.

Die Fußball-WM 2018 war ein Turnier der Superlativen. Es war nicht nur die erste WM, die auf zwei Kontinenten stattgefunden hat. Es war mit Kosten von schätzungsweise 20 Mrd. Dollar auch die teuerste WM aller Zeiten - doppelt so hoch als bei der vorherigen WM in Brasilien. Laut McKinsey haben die mit dem Turnier verbundenen Investitionen vor der WM-Austragung mit rund 1% zum russischen BIP beigetragen. Fast 80% davon entfielen auf Investitionen im Bausektor, der Rest stammt aus dem Tourismus.

DIE AHK-RUSSLAND-RALLYE: Wolgograd DIE AHK-RUSSLAND-RALLYE: Wolgograd

Laut einem Bericht der Deutschen Bank profitiert Russland vor allem von der neu entstandenen Infrastruktur: 31 Bahnhöfe, 13 Krankenhäuser, 11 Flughäfen sowie zahlreiche Straßen, Kraftwerke und Hotels sind entweder neu entstanden oder umfassend modernisiert worden. Zudem habe die WM während des Turniers und in der Vorbereitungsphase mehr als 315.000 Arbeitsplätze geschaffen. Der positive Effekt durch die 12 neuen bzw. erweiterten Stadien für die Wirtschaft dürfte dagegen eher gering ausfallen, da die Kapazitäten bei laufenden Betriebskosten bei weitem nicht ausgelastet werden.

Ein Experte der Boston Consulting Group schätzt, dass die WM einen großen Imagegewinn für Russland gebracht hat. Durch neue Hotels und bessere Infrastruktur sei auch in den Regionen ein Nährboden für mehr Tourismus geschaffen worden. Bis 2025 könnte sich der Anteil des Tourismus am BIP verdoppeln, Moskau soll in die Top 10 der meistbesuchten Hauptstädte weltweit aufsteigen. Ein Analyst von PwC betont, dass das Interesse am Fußball in Russland infolge der WM deutlich gestiegen sei.

Unklar ist, ob und wie sich die WM und die damit verbundenen Investitionen langfristig auf Russland auswirken werden. Für diese Einschätzung sei es noch zu früh, meint ein Experte von Deloitte. Doch eins ist klar: Die russischen Fußballfans und die knapp drei Millionen Besucher aus dem Ausland werden diesen Sommer noch lange in Erinnerung behalten. Davon zeugen die Jungs auf den Moskauer Bolzplätzen, die auch ein Jahr nach der WM stolz die Trikots der Top-Torschützen Artjom Dsjuba und Denis Tscheryschew tragen. / Moscow Times (EN), Profil (RU), Finam (RU), Prime (RU) 

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