Zoll- und Logistikforum: Chancen und Risiken für Logistikdienstleister

„Das Jahr 2020 war nicht einfach für Logistikunternehmen.“ So beschrieb Inna Jelissanowa, stellvertretende Vorsitzende des Komitees für Zoll-, Transport- und Logistikfragen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), die aktuelle Situation am Markt für Logistikdienstleistungen. Wohin steuert das russische Zollsystem? Mit welchen neuen Risiken sind Unternehmen in Corona-Zeiten konfrontiert? Wie kann man sich vor Markenpiraterie schützen? Diese Fragen standen beim jüngsten Zoll- und Logistikforum der AHK im Mittelpunkt.

Zoll- und Logistikforum: Chancen und Risiken für Logistikdienstleister

„Zoll der Zukunft“

Leonid Sawizkij, stellvertretender Bereichsleiter Analyse beim Föderalen Zolldienst Russlands (FTS), berichtete über die neue Entwicklungsstrategie der Behörde, die im Mai dieses Jahres beschlossen worden war. Eines der Ziele bestehe im Aufbau eines „Zolls der Zukunft“, bei dem sämtliche Prozesse digitalisiert seien. Dazu solle bis 2027 ein intelligentes Datenverarbeitungszentrum eingerichtet werden. Schon jetzt werde an einer automatischen Durchlassstelle gearbeitet, an der sämtliche Kontrollen ohne Beamte durchgeführt werden können. Von den digitalen Neuerungen verspricht sich Sawizkij eine bessere Bekämpfung von Wirtschafts- und Korruptionsrisiken sowie niedrigere Kosten und eine schnellere Abwicklung. Jewgeni Koschkarow, Vizepräsident des Zolldienstleisters Arivist, sprach über automatisches Risikomanagement. Er hat auch über Sanitätskontrolle während der Coronakrise erzählt.

„Grüner Zollausgang“ 

Ein wichtiger Schritt beim Ausbau der deutsch-russischen Handelsbeziehungen ist das von der AHK angestoßene Projekt „Grüner Zollausgang“. Dabei handelt es sich um ein bilaterales Abkommen zwischen beiden Staaten zur Vereinfachung der gegenseitigen Zollabfertigung. Das AHK-Mitgliedsunternehmen Rhenus soll bei der Umsetzung des Projekts als zwischengeschalteter Vermittler zwischen Russland und Deutschland auftreten. Jewgeni Molofejew, Generaldirektor von Rhenus Tamoschenny Broker, teilte mit, dass die Vorbereitungen fast abgeschlossen seien und dass das Projekt „Grüner Zollausgang“ demnächst starten werde.

Warenkennzeichnung als Kontrollinstrument

Ein weiteres Thema war die Kennzeichnung von Waren. Laut Geschäftsanalyst Alexander Dolgijew vom „Zentrum für die Entwicklung perspektivischer Technologien“ hilft die Warenkennzeichnung sowohl den Unternehmen als auch den Verbrauchern, Risiken zu vermeiden. Sie garantiere die Qualität von Waren und helfe im Kampf gegen Markenpiraterie. Dolgijew informierte ferner über die App „Tschestny snak“ (zu dt.: „Ehrliche Marke“), mit der Kunden die Warenkennzeichnung scannen können, um alle erforderlichen Informationen über das Produkt zu erhalten. Die App sei bereits mehr als 1,6 Millionen Mal installiert worden. Julia Korschuch, Leiterin Marketing und Vertrieb bei Militzer & Münch, ging auf die Besonderheiten der Warenkennzeichnung in Russland und im Ausland ein. Die Erfassung in der russischen Datenbank „Nationaler Katalog“ sei der einfachste Weg. Die für April 2021 geplante Einführung eines aggregierten Zollcodes soll die Warenmarkierung zudem erheblich erleichtern.

Risiken in der Pandemie
Natalja Wolkowa, Direktorin des Versicherungsunternehmens Allianz, schilderte die größten Risiken für Logistikunternehmen in diesem Jahr. In der Krise hätten viele Kunden aus Spargründen auf die Versicherung verzichtet und dadurch häufig noch höhere Verluste eingefahren. Vor dem Hintergrund der Pandemie habe Allianz auch mehr Betrugsfälle registriert. Dieses Jahr habe es dreimal mehr Diebstähle gegeben, sagte Wolkowa. Um sich vor unvorhergesehenen Problemen zu schützen, sollte man Risiken analysieren und Sicherheitssysteme entwickeln. „Ein kompletter Verzicht auf die Versicherung kann die finanzielle Stabilität eines Unternehmens ruinieren“, warnte Wolkowa.

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