Andrej Belojedow Direktor für Marketing und Vertrieb in Osteuropa REHAU OOO

"Der Kampf um den Markt spornt uns zu Innovationen an"

Womit begann die Erfolgsgeschichte von REHAU? 

Alles begann 1948 im kleinen deutschen Städtchen Rehau, als der Unternehmensgründer Helmut Wagner eine eigene Produktion aufnahm. Anfangs waren es Wasserschläuche, später – Silikonröhrchen für den medizinischen Gebrauch sowie Halteschlaufen und Trittbretter für den VW Käfer. 1958 wurde das erste Kunststoff-Fensterprofil extrudiert, was zum Schlüsselereignis für das Unternehmen wurde. Die nächsten wichtigen Etappen waren die Verlegung der ersten REHAU Fußbodenheizung 1986 und die Markteinführung der innovativen Schiebehülsentechnik 1988, welche es ermöglichte, innerhalb weniger Sekunden Wasserversorgungs- und Heizrohre zu verbinden. Heute besteht das Sortiment von REHAU aus mehr als 40.000 Produkten, allerdings nehmen Fensterprofile, Rohre, Industrieanfertigungen und sogar Gartenschläuche, die unserem Unternehmen einst zu Popularität verhalfen, nach wie vor Schlüsselpositionen darin ein. 

Heute ist Ihr Unternehmen weltweit vertreten. 

Ja, REHAU gibt es in mehr als 130 Ländern. Wir umfassen drei große Regionen: Europa und Afrika (EMEA), die Region Asien und Pazifik sowie ganz Amerika. EMEA hat Niederlassungen in Osteuropa, dazu gehören Russland, Weißrussland, Kasachstan, Armenien, Georgien und Kirgisien. 

Wann kam REHAU auf den russischen Markt? 

Die erste Vertretung von REHAU wurde 1995 in Moskau eröffnet. Danach kamen Unternehmensfilialen in diversen anderen Städten hinzu: St.  Petersburg, Rostow am Don, Samara, Jekaterinburg, Nischni Nowgorod, Nowosibirsk, Krasnodar, Chabarowsk. 

Wie viele Mitarbeiter zählen Sie derzeit insgesamt? 

In Russland zählt REHAU etwa 700 Mitarbeiter. 300 davon sind in unserem Produktionsbetrieb für Kunststoff-Fenster- und Türprofile in der Siedlung Gschel bei Moskau. 

Wann wurde dieser Betrieb eröffnet? 

Das erste Produktionsmodul wurde 2005 in Betrieb genommen, die Gesamtinvestitionen betrugen mehr als 70 Millionen Euro. Die Projektkapazität unseres Betriebs beträgt rund 70.000 Tonnen Profile im Jahr, demnach wird dort praktisch die gesamte Linie an Fenstersystemen von REHAU hergestellt: von relativ erschwinglichen Profilen bis hin zu Produkten der Premiumklasse. Und das reicht, um 90 Prozent der Nachfrage abzudecken, für die Russland und die GUS-Staaten sorgen. 

Ist eine Produktionserweiterung in Planung? 

Ja, so ein Projekt mit rund sieben Millionen Euro an Investitionen läuft bereits. Wir erweitern unsere beheizte Andrej Belojedow Direktor für Marketing und Vertrieb in Osteuropa REHAU OOO 98 Polymerverarbe i tung Lagerhalle, Räume für die Zubehörherstellung und noch andere Infrastrukturobjekte in Gschel. 

Was sind Ihre Schlüsselbereiche heute? 

In Russland sind es die Bereiche „lichtdurchlässige Konstruktionen“, „Ingenieurssysteme“ und „Möbelzubehör“. Deren Anteil an unserem Business beträgt entsprechend 60 Prozent, 30 Prozent und 10 Prozent. Diese Zahlen habe ich gerundet, da sich das Verhältnis von Jahr zu Jahr etwas verändern kann. 

Zum Beispiel? 

Nehmen wir die Jahre 2017 und 2018, da zeichnete sich im Rohrsegment ein steiles Wachstum ab. Das hängt teilweise mit dem Bau von Stadien für die Fußballweltmeisterschaft zusammen. In vielen von ihnen sind unsere Rasenheizungssysteme verbaut. 

Und wo kann man noch auf Ihre Produkte treffen? 

Buchstäblich auf Schritt und Tritt. Ich übertreibe keinesfalls. Stellen Sie sich vor: Sie kommen nach einer langen Reise nach Hause. Einige Details des Flugzeugs, mit dem Sie fliegen, stammen aus unserer Produktion. Sie landen am Flughafen, wo unter der Abflugbahn die Dränrohre von REHAU verlegt sind. Die gibt es zum Beispiel in Domodedowo. Sie entscheiden sich, mit dem Auto nach Hause zu fahren (vor allem, wenn es sich um einen Audi oder BMW handelt), und stellen eventuell mit Verwunderung fest, dass die Stoßstangen am Auto in einem der europäischen Betriebe von REHAU gegossen wurden. Die Kanalisations- und Wärmehauptleitungsrohre, die zu ihrem Haus führen, können auch von uns sein. Die Heizungs-, Wasserver- und Wasserentsorgungssysteme im Gebäude ebenfalls.

Finden wir im Haus außer den allseits bekannten Fenstern noch etwas von REHAU? 

Nun gehen wir in die Küche und schauen uns die Ausstattung an. Die Einbauküche besteht aus einer Vielzahl an Details, und ihr bedeutendster Teil sind Fassaden, Arbeitsplatten und Spülbecken aus Kunststein, Umleimer, Sockel, Wandabschlussleisten, Rückenwände  – das alles machen wir. Der nächste Punkt ist das Landhaus. Wir gehen in den Garten und sehen Wege, Gartenmöbel und Terassen aus einem Holz-KunststoffVerbundwerkstoff von REHAU sowie Wasserschlauchsysteme aus unserer Herstellung. Und wenn Sie der glückliche Besitzer eines Pools sind, können sie ihn mithilfe unserer Abdeckung vor fallendem Laub schützen. Das könnte man lange fortsetzen, doch ich denke, dass das Gesamtbild klar ist. 

Sie haben sicher viele Konkurrenten. 

Konkurrenz gibt es natürlich, doch ich sehe darin nichts Schlechtes. Im Gegenteil, der Kampf um den Markt spornt uns zu Innovationen und zur Weiterentwicklung all der guten Produkte an, die bei REHAU in vielen Jahren Arbeit entstanden sind. 

Worin liegt Ihr Vorteil? 

Jeder gute Hersteller hebt zunächst die hohe Qualität seiner Produkte hervor. Doch wir bieten mehr. Im Gegensatz zu eng spezialisierten Unternehmen, deren Aufgabe einfach darin besteht, Fenster, Rohre und irgendein anderes Produkt herzustellen und danach auf die Baustelle zu liefern, sehen wir den Bau als komplexen Prozess. Neben Fenstern und Rohrsystemen bieten wir unterschiedliche Lösungen zu deren Entwurf und Verrechnung an (fertige BIM-Modelle, spezialisierte Software). Darüber hinaus treffen wir uns regelmäßig mit Spezialisten für Inneneinrichtung, um neue Trends aufzuspüren und im Idealfall gemeinsam neue zu setzen. Wir wissen gut, was alle Bau-Beteiligten benötigen, und beachten diese Wünsche bei der Ausarbeitung neuer Produkte, Systeme und Lösungen. Darin liegt der kardinale Unterschied von REHAU zum Großteil der Konkurrenz. 

Wie kam es zur Entscheidung, eine eigene Akademie zu gründen? 

Die REHAU-Akademie ist übrigens noch einer unserer Vorteile. Wir haben 1999 ein solches branchenspezifische Schulungszentrum eröffnet, um die professionellen Kompetenzen unserer Partner zu erhöhen, das heißt der Unternehmen, die sich in der Fensterproduktion, der Montage von Ingenieurssystemen und der Anfertigung von Möbeln spezialisieren. Derzeit gibt es Schulungszentren von REHAU in Moskau, St. Petersburg, Rostow am Don, Samara, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Chabarowsk. 100 Polymerverarbe i tung Wir führen auch auswärtige Seminare durch. Im Großen und Ganzen besuchen mehr als 4000 Menschen im Jahr unsere Kurse. Wir arbeiten mit Vergnügen mit anderen Marktteilnehmern zusammen: von Architekten, Entwicklern und Designern bis hin zu Lehrern und Studenten von Fachhochschulen. Auf diese Weise geben wir unser Wissen und unsere Erfahrung nicht nur denen weiter, die es benötigen, sondern verwandeln die REHAU-Akademie in ein Zentrum für den wechselseitigen Austausch von Know-zow zwischen den Branchenspezialisten. Für unsere Partner sind die Schulungen kostenlos. 

Setzen Sie auf Innovationstechnologien? 

Das machen wir schon die ganze Zeit. Ich gebe ein paar Beispiele. Erstens ist das – und ich meine das wirklich so – das revolutionäre System der intelligenten Fenster. Der Ausarbeitung liegt die Idee zugrunde, dass die lichtdurchlässige Konstruktion, ähnlich wie die Haustechnik, in das Hausautomatisierungssystem integriert werden kann. Unsere intelligenten Konstruktionen haben Sensoren, die Bewegungen nah am Fenster feststellen und so Einbrecher erkennen können. Sie sind mit einer Dimmtechnologie ausgestattet und imstande, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit des Raumes automatisch zu lüften. Das ist eine echte digitale Hilfe in Komfort- und Sicherheitsfragen. Ein zweites Beispiel ist das Fenstersystem GENEO, in dem anstelle einer Stahlarmierung Glasfasern verwendet werden, die auch in der Raumfahrt eingesetzt werden. Oder das System der kleberlosen Umleimerbeschichtung. Das Verfahren des Auftragens von Möbelumleimer mithilfe eines Lasers hat man vor uns erfunden, jedoch haben nur wir eine Technologie erarbeitet, die einen ähnlichen Effekt ermöglicht, ohne dabei eine Ausrüstung für Zehntausende Euro kaufen zu müssen. 

Da spielt wohl das Thema Energieeffizienz eine ganz wichtige Rolle? 

Das Einsparen von Ressourcen, seien es Wasser, Strom oder Wärme, spiegelt in vielerlei Hinsicht tatsächlich die Einstellung unseres Unternehmens wider. Denn nur so können wir den Wohlstand der zukünftigen Generationen sichern. Genau deshalb stellen wir hermetische Fenstersysteme her, die Wärme gut speichern und es ermöglichen, auf zusätzliches Heizen im Winter zu verzichten, sowie weit kostengünstigere Heizsysteme (im Vergleich zu gewöhnlichen Heizkörpern). Wir haben sogar Lösungen für den Gebrauch von erneuerbaren Energien – Erdwärmesysteme, die es ermöglichen, völlig kostenlos eine komfortable Temperatur sowohl in der kalten wie auch in der warmen Jahreszeit aufrechtzuerhalten. 

Das haben Sie hier noch viel zu tun? 

Der russische Markt ist nach wie vor begehrt und vielversprechend für viele Hersteller, die Produkte für Bau und Innenausstattung herstellen. Im russischen Bauministerium rechnet man bis Ende 2018 mit bis zu 80 Millionen Quadratmetern neuer Wohnfläche. Ich möchte darauf hinweisen, dass es nur um Wohnraum geht. Wie viele Fabriken, Lagerhallen, Einkaufs- und Bürozentren, Infrastrukturobjekte dabei wohl erst entstehen? All diese Gebäude brauchen hochwertige Fenster, zuverlässige, einwandfrei funktionierende Rohre, moderne Möbel. Ja, uns steht definitiv noch viel Arbeit bevor.


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