Nikolaus von Seela, Generaldirektor ООО Liebherr-Russland

„Die größten Herausforderungen sind für uns in Russland Klima und Logistik“

Nikolaus von Seela, Generaldirektor ООО Liebherr-Russland

Die Firmengruppe Liebherr blickt auf langjährige und überaus reiche Geschichte zurück. Russland ist Teil dieser Geschichte. Was sind denn die wichtigsten Etappen des Werdegangs von Liebherr in Russland?

Der Grundstein unserer Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und Russland wurde auf der Agrarindustriemesse 1965 mit dem Auftrag für die Lieferung von Stirnradfräs- und Zahnstoßmaschinen für die SIL-Werke  gelegt. Die erste Vertretung der Firmengruppe Liebherr wurde in Moskau bereits 1972 akkreditiert und 1976 erhielt die Liebherr-Holding GmbH eine Akkreditierung des Außenhandelsministeriums der UdSSR. 1981 folgte der historische Auftrag für 333 mobile Krane zur Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten unter den rauen Klimaverhältnissen Sibiriens. Bereits in der Zeit der Perestroika wurde in der UdSSR das erste gemeinsame Unternehmen unter dem Namen Kranlog gegründet und die Herstellung von 50-Tonnen-Kranen aufgenommen. 

2000 nahm in Moskau die russische Tochterfirma Liebherr-Russland ООО ihre Tätigkeit auf. Um unseren Kunden bestmögliche Konditionen bieten zu können, schufen wir ein landesweites Netz von Niederlassungen.

Zwei weitere Hauptbetriebe der Firmengruppe Liebherr befinden sich in Dserschinsk (Gebiet Nischni Nowgorod). Das Werk ООО Liebherr Nischni Nowgorod ist mit über 200 Millionen Euro mit das größte Investitionsprojekt von Liebherr in den letzten zehn Jahren. Das Werk wurde 2006 gegründet und 2011 in Betrieb genommen: Dort werden Elemente von Stahlkonstruktionen für Baggermaschinen und Turmkrane hergestellt und an Liebherr-Betriebe in Deutschland und Österreich geliefert sowie Baugruppen von Turmkranen nach spezifischen Auflagen des russischen Marktes zusammengebaut. Die 2007 gegründete ООО Liebherr-Aerospace Nischni Nowgorod fertigt und montiert Schlüsselkomponenten von Steuerungssystemen der Luftfahrt und liefert sie sowohl an russische Betriebe als auch an Liebherr-Werke in Deutschland und Frankreich.

Mit welchen Zahlen kann die ООО Liebherr-Russland heute auftrumpfen?

Wir haben nach Russland mehr als 10.000 Einheiten von Liebherrmaschinen geliefert, die wir hier auch bedienen. Dazu gehören Bau- und Bergbaumaschinen, Hafenausrüstungen, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Zulieferteile. Kühl- und Gefriertechnik ist ein weiterer Bestandteil der Tätigkeit von Liebherr in Russland. Gegenwärtig beschäftigt Liebherr hier mehr als 1500 Mitarbeiter, darunter mehr als 500 im Gebiet Nischni Nowgorod.

Die ООО Liebherr-Russland besitzt drei große Reparatur- und Lagerkomplexe, und zwar in Moskau, Kemerowo und Chabarowsk, mit einem großen Vorrat an Ersatzteilen zur zügigen Versorgung unserer Kunden. Wir verfügen über 7 regionale Zentren, 22 Vertriebsbüros und 44 Lager, mit denen wir den Vertrieb und die Wartung des gesamten Spektrums an Liebherr-Produkten in Russland abdecken.

Wie haben Sie die Krise überstanden?

Wir behalten in unserer Arbeit stets längere Perspektive im Auge und pflegen enge und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Partnern. Deshalb wachsen unsere Verkaufszahlen wohl ungeachtet der schwierigen Marktsituation weiter.

Wie bewerten Sie die Entwicklung des russischen Marktes in Ihrer Branche?

Die Krise hat sich auf das Geschäft von Klein- und Mittelstandsunternehmen stark ausgewirkt, deshalb hat sich die Nachfrage nach Technik in solchen Sektoren wie der Straßen- und der Infrastrukturbau etwas geändert, und zwar haben sich die Prioritäten zu niedrigeren Preisen hin verschoben. Aber das wachsende Tempo des Infrastrukturbaus bietet gute Perspektiven auf lange Sicht.

Was ist für Sie in Russland die größte Herausforderung?

Die größten Herausforderungen sind für uns in Russland Klima und Logistik. Mit unserer tagtäglichen Arbeit überwinden wir die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, und gewährleisten selbst an noch so weit entfernten Orten im Lande ein beispielloses Serviceniveau. 

Russische Mitbewerber setzen Ihnen wohl nicht sehr stark zu. Oder?

Wir achten russische Hersteller zutiefst und wünschen ihnen sicheres Wachstum. In den meisten Fällen sind Produkte russischer Hersteller für uns keine Konkurrenz, da sie zu einem anderen Preissegment gehören. Aber es gibt gewisse Produktionsbereiche, die wir besonders aufmerksam verfolgen, da sie heute in beschleunigtem Tempo voranschreiten und sich zu ernsthaften Mitbewerbern entwickeln.

„Wir arbeiten systematisch daran, immer einen Schritt voraus zu sein“ ist einer der Liebherr-Grundwerte, nachzulesen auf Ihrer Internetseite. Was bedeutet dies konkret?

Wir passen uns den Aufgabenstellungen unserer Kunden an. Jede technologische Lösung ist erst dann erfolgreich, wenn sie den Bedürfnissen des Auftraggebers voll gerecht wird.

Bieten Sie zusätzliche Trainingsprogramme an?

In unseren Reparatur- und Lagerzentren finden regelmäßig Schulungen für Fachkräfte unserer Kunden statt. Wir veranstalten auch Konferenzen zu technischen Themen, wo wir von Methoden besonders wirksamer Anwendung unserer Maschinen berichten. Wir haben vor, mehr solche Veranstaltungen in Russland durchzuführen. Vor kurzem organisierten wir in Wladiwostok eine derartige Konferenz mit Referaten, einem Workshop und einer richtigen Maschine zum Anfassen. Dem Feedback von unseren Kunden nach zu urteilen, kam dieses Format bei ihnen sehr gut an, deshalb wollen wir unsere Arbeit in dieser Richtung auch fortsetzen.

Wie geht es für Ihr Unternehmen weiter?

Unsere Infrastruktur in Russland wächst dank der Unterstützung durch die Geschäftsführung des Konzerns und insbesondere der Familie Liebherr stabil. Wir werden nach wie vor dem Service besondere Beachtung widmen, den wir unseren Kunden bieten.


Feedback
Kontakt
Business-Center Fili Grad, Beregovoy Proezd 5A K1, Etage 17, 121087 Moskau. Fili
Google Map
Telefon:

+7 495 234 49 50

Fax:

+7 495 234 49 51

Danke für Ihre Anfrage!