Roy Piek, Director Project Management Consultancy Bilfinger Tebodin

Russland ist ein aufstrebender Markt. Jetzt ist die beste Gelegenheit, in ihn zu investieren

„Russland ist ein aufstrebender Markt. Jetzt ist die beste Gelegenheit, in ihn zu investieren“

Womit begann die Geschichte Ihres Unternehmens?

Das Unternehmen Tebodin wurde vor 73 Jahren in den Niederlanden gegründet. Im Jahr 2012 wurde es Teil der deutschen Firma Bilfinger SE und änderte seinen Namen in Bilfinger Tebodin. Allmählich breitete sich die Tätigkeit des Unternehmens auf den Nahen Osten, Zentral- und Osteuropa, Nordamerika und die Region Asien sowie den Pazifikraum aus. Wir gehören dem Segment Engineering & Technologies an und erbringen Dienstleistungen, die den gesamten Lebenszyklus eines Investitionsprojekts umfassen – sei es die Konzipierung eines neuen Betriebs oder die Erweiterung eines bestehenden, Effizienzerhöhung und Verringerung der CO2- Emissionen bei Verarbeitungsbetrieben.

Wann haben Sie den russischen Markt betreten?

In Russland arbeiten wir seit 1994. Es gibt Büros in Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg und Rostow am Don sowie vielzählige Baustellen im ganzen Land, wo einzelne Projektteams arbeiten. Seit März 2018 trägt unser Unternehmen in Russland die juristische Bezeichnung Bilfinger Tebodin CIS B.V. Der neue Titel unterstreicht, dass sich unsere Tätigkeit auch auf den GUS-Raum ausdehnt.

Was ist die Hauptstrategie Ihres Unternehmens?

Anfangs gab es mehrere selbstständige Büros, die so nah wie möglich am Auftraggeber waren. Doch im globalisierten Business benötigen die Kunden einen Zugang, der unabhängig vom Standort des Projekts ist. Deshalb fassen wir nun in der Region Zentral- und Osteuropa sieben Länder zusammen, nämlich Russland, die Ukraine, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und Serbien. Das Team bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen an: Consulting, Engineering, technologisches Konzipieren sowie Projekt- und Baumanagement (PMC).

Dafür brauchen Sie aller Wahrscheinlichkeit nach hochqualifizierte Mitarbeiter. Wie sieht es damit aus? 

In Zentral- und Osteuropa haben wir 800 Mitarbeiter. In Russland befinden sich 150 davon – Ingenieure, Consulter, Manager. Menschen sind das grundlegende Aktivum in unserem Bereich. Wir organisieren deshalb regelmäßig Fortbildungsprogramme für technische Berufe, diverse Trainings von unseren holländischen und deutschen Kollegen in den Bereichen Projektmanagement (PMI), Consulting und nachhaltiges Bauen, pflegen das Modell der Jobrotation und sorgen so für internationalen Erfahrungsaustausch innerhalb des Unternehmens. Darüber hinaus haben wir spezialisierte BIM-Zentren in Roy Piek Director Project Management Consultancy Bilfinger Tebodin 22 B augewerbe / E n g i neer i n g Lwiw (Ukraine) und Mumbai (Indien), die uns ebenso mit qualifiziertem Personal unterstützen.

Wer sind hauptsächlich Ihre Kunden?

Wir sind in acht Hauptbereichen tätig, deshalb ist die Liste unserer Kunden sehr umfangreich und vom jeweiligen Marktsektor abhängig. In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen internationalen und lokalen Kunden geändert. Heute sind russische Unternehmen reifer und aktiver auf dem Markt geworden. Dabei erweitern wir weiterhin die Basis unserer internationalen Auftraggeber, die ihre Betriebe in Zentral- und Osteuropa ausbauen. In den letzten 20 Jahren erreichten die Gesamtinvestitionsausgaben (CAPEX) in Projekte allein in Russland mehr als acht Milliarden Euro. Wir versorgen die Giganten der Lebensmittelindustrie, etwa Mars und Cargill, mit unseren Dienstleistungen, entwickeln langfristige Beziehungen zu Chemie- und Automobilfirmen, Kunden im Immobilienbereich sowie zu Pharmaunternehmen. Zudem leiten wir Industrieprojekte für PPG, Viessmann, Henkel, Haier, Lafarge und viele andere.

Womit überzeugen Sie?

Ich würde sagen, mit der verantwortungsvollen Arbeit unserer Ingenieure, der Qualität, dem Beratungsansatz bei jeder Aufgabe, unserer Marktkenntnis und Fähigkeit, Trends zu erkennen. Das grundlegende Prinzip bei jedem Projekt, insbesondere im Verwaltungsbereich, basiert auf hundertprozentigem Engagement und Qualitätsarbeit im Rahmen des Budgets.

Welche Bereiche verfügen Ihrer Ansicht nach über das größte Potenzial?

Wir sehen wachsendes Potenzial auf dem Markt für Pharmazeutik, Energiewirtschaft (unter anderem Reinigungsanlagen) sowie ein Wachstum von Märkten, auf die wir uns seit langem spezialisiert haben – Lebensmittelproduktion sowie Agrarindustrie und -produktion.

Wie einladend ist Russland für Investoren?

In der Regel sind Projekte in Russland größer angelegt. Der Grund liegt darin, dass Russland sich im Formationsprozess von Industrieclustern und -flächen befindet. Das ist ein aufstrebender Markt – und jetzt ist die beste Gelegenheit, in diesen Markt zu investieren.

Ganz ohne Schwierigkeiten geht es aber nicht?

Schwierigkeiten gibt es im Zusammenhang mit lokalen Anforderungen und Normen. Was die Projektleitung direkt vor Ort betrifft, war die Sicherheitskultur lange Zeit eine schwierige Aufgabe. Doch in den letzten Jahren hat sich die Situation verbessert. Viele Auftraggeber übernehmen internationale Praktiken und halten hohe Standards ein. Ein weiteres Problem ist die Suche nach guten Auftragnehmern für kleine Projekte mit einem Kapital von weniger als 15 Millionen Euro. Wir haben für unsere Projekte ein eigenes Einkaufssystem und eine eigene Datenbank bewährter Dienstleister angelegt.

Was müssen ausländische Unternehmen beim Eintritt auf den russischen Markt beachten?

Zur Vermeidung von Risiken raten wir immer dazu, gleich zu Anfang des Projekts erfahrene Berater zu involvieren, die effektivste Businessstrategie auszuwählen, um zusätzliche Ausgaben auf den späteren Etappen des Projekts zu vermeiden.

Was ist in Russland ganz anders?

Projekte in Russland finden teilweise unter Bedingungen statt, die viele Kunden erstaunen. Das betrifft sowohl das Geschäftsleben im Ganzen als auch den Bauprozess im Einzelnen. Während in den Niederlanden ein Bauprojekt schon bei einer Temperatur von -5ºC abgebrochen wird, gilt das in Russland als optimale Temperatur. Bei +10ºC verwandelt sich die Baustelle hingegen in einen einzigen Sumpf. Deshalb wird der Bau in Russland im Laufe des Winters fortgesetzt, was ein riesiger Vorteil bei der Einhaltung von Fristen ist. Andererseits können große Entfernungen einige Probleme für Kunden verursachen. Wir leiten zum Beispiel ein Projekt, das 5000 Kilometer von Moskau entfernt liegt (und das ist immer noch ein Land!).

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung des Unternehmens?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bringen wir die Organisationsstruktur des Unternehmens auf ein neues Level, das sowohl für uns als auch für unsere Kunden gewinnbringend sein wird. Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Entwicklung in einem konkreten Land, sondern gleich innerhalb einer globalen Weltregion. Wir erbringen unsere Dienstleistungen direkt vor Ort und stützen uns dabei auf internationale Erfahrungen unserer Kollegen in Zentralund Osteuropa, um maximal nah am Kunden zu sein und die neuesten Ingenieurs- und Verwaltungstechnologien anzuwenden. Was die Geografie der Projekte betrifft, so wollen wir uns nicht nur in Russland weiterentwickeln, sondern auch in anderen GUS-Ländern.

Sie sind bereits seit mehr als neun Jahren in Russland. Gefällt es Ihnen hier?

Ich habe meine Karriere bei Bilfinger Tebodin in den Niederlanden begonnen, danach habe ich etwa zwei Jahre in den USA gearbeitet. Als das Unternehmen mir die Stelle als Projektmanager in Moskau angeboten hat, habe ich mich entschieden, es auszuprobieren. Anfangs war es sehr schwer, in einem Land zu leben, dessen Sprache ich nicht einmal lesen konnte. Doch inzwischen habe ich hier Familie und ein fantastisches Team. Ich verstehe die Sprache und fühle mich wie zu Hause.

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