Die Russland-Meister
Мастера России: сделано по‑немецки

Zurück zur Hauptseite Feedback
Sprache:

Merck

Im Labor des Fortschritts

Wie das älteste Pharmaunternehmen der Welt sein Wissen mit Russland teilt

Rot leuchten die Lippen, goldgelb schimmert das Cabriolet. In der Ferne glänzt golden die Kuppel einer orthodoxen Kirche. Sonnencreme und Insektenspray liegen bereit, dazu bunte Süßigkeiten, das Smartphone und eine Schachtel mit Medikamenten. In allem, was hier funkelt und leuchtet, hilft oder lindert, stecken Produkte des deutschen Pharma- und Chemieunternehmens Merck. Auch in Russland kämpfen Merck-Medikamente gegen Krebs, Unfruchtbarkeit und Schnupfen. Merck-Pigmente lassen Autos und Lebensmittel ebenso glitzern wie Kosmetika, Häuserfassaden, Verpackungen und sogar ein Kirchendach in der Nähe von Moskau. 

Ohne es zu wissen, nutzen viele Russen täglich die Hightech-Materialien des deutschen Konzerns, wenn sie auf ihr Handy oder einen Fernseher schauen. 

Ohne Flüssigkristalle gäbe es kein Bild – und Merck liefert weltweit mehr als die Hälfte dieser unabdingbaren Bestandteile eines jeden LCD-Bildschirms.

Die ersten Flüssigkristalle hat Merck vor mehr als hundert Jahren hergestellt. Die Geschichte des Unternehmens reicht noch weiter zurück, bis ins Jahr 1668. Europa hatte sich gerade von den Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs erholt, in Frankreich herrschte der „Sonnenkönig“ Louis XIV. und in Darmstadt kaufte der Wirtssohn Friedrich Jacob Merck eine Apotheke. Sie wurde zur Keimzelle eines globalen Konzerns, der noch heute mehrheitlich in Familienbesitz ist. Mit 52 000 Mitarbeitern in mehr als sechzig Ländern erwirtschaftet das ältesten Pharma- und Chemieunternehmen der Welt inzwischen mehr als fünfzehn Milliarden Euro pro Jahr. In Russland hat Merck 1898 seine erste Vertretung eröffnet und lange vor allem Pharmaprodukte verkauft oder von Partnern vertreiben lassen. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. 

Der Konzern entwickelte 2013 eine neue Strategie für den aufstrebenden russischen Markt. 

Erst kurz zuvor hatte die Regierung beschlossen, das Land ähnlich wie bei der Lebensmitteln auch bei der Versorgung mit Medikamenten unabhängig von Importen machen. Die Hälfte der Arzneimittel soll im Inland produziert werden, lebensnotwendige Medizin sogar zu neunzig Prozent. Zugleich steigen die staatlichen Ausgaben für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Viele ausländische Unternehmen haben deswegen in den vergangenen Jahren in neue Werke investiert.

Merck entschied sich für einen anderen Weg. „Schnell wachsen“, ist das Ziel von Jürgen König, dem Generaldirektor für Russland und die GUS. In wenigen Jahren baute das Unternehmen ein neues Team für Werbung und Vertrieb auf. Die Diabetes- und Herzkreislaufpräparate vermarktet es in Russland wieder selbst. Merck begann mit der Produktion in Russland und setzte dabei auf Kooperation mit heimischen Herstellern wie Pharmstandard und Nanolek. „Auch das erforderte Investitionen“, erklärt König, nur dass das Geld nicht in den Bau einer Fabrik floss, sondern in Schulungen der Mitarbeiter, in die Weitergabe von Wissen, „den Technologietransfer“, wie König sagt. 

Matthias Wernicke, der den Biopharma-Bereich von Merck in Russland und der GUS leitet, sieht die Mission des Unternehmens darin, Patienten mit innovativen Arzneien zu versorgen. „Dafür entwickeln wir mit Partnern Projekte, führen klinische Untersuchungen durch und bieten Patienten die Möglichkeit, auf Empfehlung ihres Arztes unsere neuesten Präparate schon in der Entwicklungsphase zu bekommen“, erläutert Wernicke.

Dem Fortschritt dient auch das eigenen Forschungs- und Testlabor, das Merck 2017 in der Moskauer Technopolis eröffnete, einem Cluster für Medizintechnik und Pharmazeutik. Das Merck-Labor gehört zur Konzernsparte der Biowissenschaften. Diese stellt Laborchemikalien und Ausrüstung für Forschung, Entwicklung und Qualitätskontrolle her. Die Geräte im russischen „Life Science Lab“ können zum Beispiel die Zahl der Keime in der Luft ermitteln oder mithilfe von Filtern aus Wasser „hochreines Wasser“ machen, erläutert Heinz Schmidt, der Chef der Sparte in Russland und der GUS. 

Keimfreies Wasser brauchen Pharmahersteller oder Krankenhäuser, aber auch Autobauer, die in ihren eigenen Labors Material testen, bevor sie es verarbeiten.

Sie alle können im Science Lab Tests durchführen oder Mitarbeiter schulen. Es kommen aber auch Partner von Universtäten, angehende Experten der Pharmazeutik, Biotechnologie und Molekularbiologie. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Wissenschaftler bei der Umsetzung neuer Technologien zu unterstützen“, sagt Frank Stangenberg-Haverkamp, der als Vorstandsvorsitzender von E. Merck KG die Interessen der Eigentümerfamilie vertritt. „Wir freuen uns sehr, dass wir in Russland zu der dynamischen Entwicklung im Bereich der Biotechnologie beitragen“, ergänzt er. Die Merck-Manager in Moskau hoffen, dass sich ihr Labor zur Keimzelle einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte entwickelt – ähnlich wie einst eine kleine Apotheke in Darmstadt.

Fotos: Merck

DIE RUSSLAND-MEISTER

Knauf

Knauf

Wie ein Familienunternehmen zur Brücke zwischen Deutschland und Russland wurde

– Mehr...
Bosch

Bosch

Das deutsche Weltunternehmen Bosch ist längst auch in Russland zuhause

– Mehr...
Phoenix Contact

Phoenix Contact

Wie ein Elektrotechnik-Unternehmen aus Westfalen den russischen Markt eroberte.

– Mehr...
Feedback
Kontakt
Haus der deutschen Wirtschaft
Kasatschi pereulok 7, 119017 Moskau (Метро “Полянка”)
Google Map
Telefon:

+7 495 234 49 50

Telefon:

+7 495 234 49 53

Fax:

+7 495 234 49 51

Спасибо за Ваше обращение!!