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Baltschug Kempinski

Paradies mit Ausblick

Moskaus erstes internationales Fünf-Sterne-Hotel brachte in den Neunzigern den Luxus nach Russland

Wer seine Augen vom Roten Platz mit seiner weltberühmten ­Basilius-Kathedrale auf das andere Ufer der Moskwa schweifen lässt, bleibt unweigerlich an einem eleganten Gebäude hängen. Wie ein riesiges Schiff liegt dort das Baltschug Kempinski. Das Hotel mit dem „besten Standort in ganz Moskau“, wie der deutsche Direktor Oliver Eller sagt. Diesen Ort wusste ein Jahrhundert vorher schon der Lyriker Rainer Maria Rilke zu schätzen. „Alle Tage und Nächte den Kreml vor uns aufgetan – hell und herrlich und doch so einfach im Ausdruck seiner Pracht“, mit diesen Worten hat er den Blick aus dem Rundturm des Baltschug zurück auf den Roten Platz beschrieben. „So nur mit dem Kreml vor Augen kann man Moskau in seinem vollen Leben begleiten, kein Lächeln seiner Mienen versäumen und kein ernstes Wort überhören, welches aus seinen großen dunklen Glocken kommt.“

Heute ist das Baltschug Kempinski Anlaufpunkt und Rückzugsort für Besucher aus aller Welt in einer Metropole, die nie schläft.

Es ist aber auch eine Bühne, auf der sich die Gäste gern präsentieren, weiß Kempinski-Chef Eller: „Ob Sie einen Hochzeitsantrag machen oder einen Millionen-Dollar-Deal einfädeln – das Baltschug ist ein idealer Ort mit seiner besonderen Atmosphäre.“ 

Dafür sorgen die Mitarbeiter, die darauf spezialisiert sind, ihren Gästen jeden Wunsch zu erfüllen, und das am besten schon, bevor sie ihn ausgesprochen haben. So hilft ein Concierge in allen Lebenslagen. Er besorgt Karten für eine ausverkaufte Vorführung im ­Bolschoi Theater oder treibt nachts um drei edle Geschenke auf. Die Zimmermädchen berücksichtigen, auf welcher Seite des Bettes der Gast lieber schläft, und stellen die Pantoffeln entsprechend bereit. Die Mitarbeiter kennen natürlich auch die Namen der Gäste und haben sich gemerkt, ob sie sich beim Smalltalk nach deren Hund oder Katze erkundigen sollten.

Solch ein persönlicher Service war neu in Moskau, als die Luxushotelgruppe Kempinski im Oktober 1992 das Baltschug eröffnete, das erste internationale Fünf-Sterne-Hotel in Moskau.

„Wir kannten die westlichen Standards und die Gepflogenheiten noch nicht. Deshalb mussten wir alle erst lernen, was es heißt, ein Gastgeber mit fünf Sternen zu sein“, erzählt Helen Gorbunowa, die von Beginn an im Baltschug arbeitet und inzwischen den Bereich Beherbergung leitet. Natürlich wussten Russen immer, wie man Gäste fürstlich bewirtet. Sie taten das aber zu Sowjetzeiten meistens zu hause. Das Personal in den Hotels im kommunistischen Riesenreich aber war für seine häufige Unfreundlichkeit bekannt.

„Das Hotel war wie ein kleines Paradies“, erinnert sich Gorbunowa an ihre ersten Tage im Kempinski. Den Marmor für die Treppen und Bäder hatten die Bau­herren damals aus dem Westen importiert, ebenso die Technik für die Küchen und die Möbel für Zimmer und Suiten. Sie hatten aber einen Ort gewählt, der schon immer Gäste anzog. 

Wo heute das Hotel steht, ließ bereits Iwan der Schreckliche im 16. Jahrhundert eine Taverne für seine Soldaten eröffnen. 1898 entstand dann erstmals ein repräsentatives Gebäude mit Restaurant im Erdgeschoss. Der Dichter Anton Tschechow, der Begründer der modernen Theaterschule Konstantin Stanislawski und der Opernsänger Fjodor Schaljapin stiegen hier ab. In den oberen Stockwerken hatten Maler wie Archip Kuindschi, Apollinari Wasnezow und Julius von Klever ihre Ateliers. 

Zu Sowjetzeiten hieß das Hotel erst Nowomoskowskaja, Neu-Moskau, war dann kurzeitig ein Wohnheim des Außenministeriums, ehe es ab Mitte der Fünfzigerjahre als „Bukarest“ wieder Gäste empfing, aber nach einigen Jahrzehnten so brüchig wurde wie die Sowjetunion selbst.

Mit der Eröffnung des Baltschug begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses. Europäische Spitzenpolitiker wie Helmut Kohl und Silvio Berlusconi übernachteten hier ebenso wie der Startenor Luciano Pavarotti und der Popstar Michael Jackson. Das Hotel wurde aber auch für viele Ausländer, die in Moskau lebten und arbeiteten, zur ersten Adresse. Hier knüpften sie Kontakte zu russischen Partnern, luden zu Konferenzen ein und feierten Firmengründungen. 

Für manche Geschäftsleute ist das Hotel mit der Zeit zu einem zweiten Zuhause geworden. Es glich für sie einer Arche, in der sie Zuflucht suchten im sich schnell verändernden Moskau der Neunziger und des neuen Jahrtausends. Das reichte so weit, dass manche Stammgäste auf die Barrikaden gingen, als das Hotel vor ein paar Jahren renoviert wurde. Sie wollten, dass alles so bleibt, wie sie es kannten.

Die lila Kronleuchter und der weiße Marmor in der Lobby kamen trotzdem. Ein Teil der 227 Zimmer und Suiten wurde umgestaltet, eine neue Konferenzetage eingerichtet und ein neues Restaurantkonzept entworfen. 

Das Baltschug geht mit der Zeit, denn mittlerweile ist es längst nicht mehr das einzige Fünf-Sterne-Hotel in Moskau und die Konkurrenz wächst jedes Jahr. „Dafür kommen immer mehr Touristen nach Moskau“, sagt Eller. Aber auch seine Stammgäste gehen immer wieder an Bord „ihres“ Baltschug.

Fotos: Evgeny Kondakov, Baltschug Kempinski 

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