Bosch

Immer wieder zündende Ideen

Das deutsche Weltunternehmen Bosch ist längst auch in Russland zuhause

Der ausladende Schreibtisch ist sauber aufgeräumt, Papiere wie Schreibgerät akkurat parallel eingenordet wie es sich eben gehört in einer deutschen Gesellschaft – erst recht in einer schwäbischen. Einzig der grosse Computermonitor steht im geeigneten Winkel zu seinem Betrachter. Hinterrücks an der Wand ein stattliches Bild des Firmengründers (1886) und Namensgebers, Robert Bosch (1861 – 1942). Hansjürgen Overstolz heißt der heutige Statthalter eines der globalen Vorzeigeunternehmen aus Deutschland in der Russischen Föderation. Standesgemäß im tadellos sitzenden grauen Anzug und blütendweißem Hemd – aber betont locker ohne Krawatte. Gelassen schweifen seine sympathisch blitzenden Augen hinter der randlosen Brille aus dem Panoramafenster. Am nahen Horizont heben die Maschinen vom Flughafen Scheremetjewo im dichten Minutentakt ab. Hier ist der gebürtige Rheinländer vor zweieinhalb Jahren auch noch einmal durchgestartet.


Hansjürgen Overstolz ist seit zweieinhalb Jahren Präsident eines der globalen Vorzeigeunternehmen aus Deutschland mit weiterer Verantwortung für die Ukraine, Georgien, Weißrussland, die Kaukasus- und zentralasiatischen Märkte sowie die Mongolei.

Eigentlich hätte er sich gemäß Bosch-interner Regeln nach verschiedenen Topmanagement-Positionen im In- und Ausland schon pensionieren lassen können. Aber die Herausforderung des weiteren Auf- und Ausbaus der Geschäfte in Russland war für ihn einfach zu reizvoll. Der Stuttgarter Vorstand entsprach seinem eigenen Wunsch, der Niederlassung im größten Markt des Ostens als Präsident vorzustehen mit weiterer Verantwortung für die Ukraine, Georgien, Weißrussland, die Kaukasus- und zentralasiatischen Märkte und die Mongolei. Hansjürgen Overstolz, der sich mit Betreuung durch einen persönlichen Trainer körperlich fit hält, hat es nicht bereut. Im genauen Gegenteil: Beruflich wie persönlich fühle er sich hierzulande ausgesprochen wohl, sagt er zufrieden lächelnd. „Wir haben die Rahmenbedingungen der Politik zu respektieren, aber sind genauso zu intelligentem Umgang damit verpflichtet“, resümiert er und bedauert die ihm unverständliche ‚Asymmetrie‘ im Dialog. Trotz der fortwährend angespannten Sanktionslage, in der er bei seiner Amtsübernahme mitten hineingeraten war, verbreitet er zukunftsweisenden Optimismus:

“Wir vertrauen darauf, dass sich die generelle Situation weiter verbessern wird. Denn wir haben nie aufgehört, unsere Aktivitäten in der Region zu voranzutreiben, in lokale Herstellung zu investieren, aber auch den Export unserer Produkte zu steigern und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern zu stärken. Wir treten für die Russische Föderation als ‘Brückenbauer‘ ein.“

Genauso wie das Vertrauen in heimische Arbeitskräfte: ”Bosch konzentriert sich darauf, russische Experten zu fördern.“  Diese Strategien zahlen sich aus. Gleich vor seiner offenen Tür wacht zum Beispiel die Russin Anna über das Ein und Aus. In akzentfreiem Deutsch weist sie selbstbewusst auf eine wohlgerahmte Firmenurkunde hin: Sie leistet schon beinahe ab hiesiger Gründung von Bosch ihren Beitrag – seit 22 Jahren. Bosch hat 2017 78 Milliarden Euro weltweit über alle Geschäftsbereiche umgesetzt, davon 80% außerhalb Deutschland. Davon allein 1,4 Milliarden im Wirkungsbereich von Hansjürgen Overstolz. Der kann auf die jährliche Zuwachsrate von satten 16% und einem hohen Exportanteil in europäische Länder stolz sein.

Unter der Leitung von Hansjürgen Overstolz dirigieren über 600 Angestellte von einem weitläufig angelegten hochmodernen Zweckbau die Geschicke von Bosch in Russland. 

Ornamenttafeln nach typisch russischem, stilisiertem Blumenmuster im Eingangsportal der hochmodernen Verwaltungszentrale von Bosch in der Moskauer Vorstadt Khimki.

Im 11. Stock der Firmenzentrale in Khimki ein hochmodernes Trainingszentrum. Sieben Schulungsräume auf 745 Quadratmeter Fläche, bis zu 500 Schulungen im Jahr.

In einem ausgewiesenen Industriegebiet in der Moskauer Vorstadt Khimki residiert die nationale Verwaltungszentrale. Über 600 Angestellte dirigieren von einem weitläufig angelegten hochmodernen Zweckbau in Hellgrau  – erst vor vier Jahren bezogen – die Geschicke von Bosch in Russland. Konzentriert und effizient, denn es ist fast mäuschenstill. Selbst in der weitflächigen, kühlen Eingangshalle. Die erstreckt sich über zwei luftige Stockwerke. Auch hier dominieren steingraue Töne.

Einzig das breite Eingangsportal ist von außen knallrot eingefasst und den freistehenden Aufzugsschacht schmücken Ornamenttafeln nach typisch russischem, stilisiertem Blumenmuster. Der Auftritt signalisiert schlicht Größe und Bedeutung. Bei aller strengen Funktionalität stehen Fürsorge und Förderung der Mitarbeiter sowie das Bewusstsein für die soziale Verantwortung als Arbeitgeber an den Standorten in bester Bosch-Tradition keinesfalls hintenan. Flexible Arbeitszeiten, Gesundheitsvorsorge, Weiterbildung gehören dazu. ‘Primavera’ ist zum Beispiel eine Wohltätigkeitsstiftung in Engels, die finanzielle wie ideelle Hilfe für Kinder, die spezieller Unterstützung bedürfen, organisiert. Oder ‘Galchonok’, eine weitere nationale Initiative, die sich um Hilfe für Waisen und Menschen mit Behinderungen kümmert.


Komplett automatisiertes Klimasystem eigener Bosch-Technologie, übers ganze Jahr wartungsfrei.

Robert Bosch hatte schon im Jahr 1904 lukrative Möglichkeiten auch im damaligen Zarenreich erkannt. Um 1913 erwirtschaftete sein Unternehmen bereits 88% des Umsatzes ausserhalb Deutschlands – auf fünf Kontinenten. 1993 hat sich Bosch dann in der Russischen Föderation umfassend etabliert und feiert in diesem Jahr bereits sein Silberjubiläum. Inzwischen mit 3800 Mitarbeitern – darunter nur noch zwölf ‚Expats‘ – an sieben Standorten. Von Sankt Petersburg, da werden Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und  Waschmaschinen hergestellt, bis Samara an der Wolga, wo seit 2015 ABS- und ESP-Produkte für die Automobilindustrie hergestellt werden. Mobilitätserzeugnisse, der Ursprungsbereich von Bosch – vor über einem Jahrhundert die Erfinder der Zündkerze – haben in Engels seit 75 Jahren ihre Produktionsheimat. Insgesamt ist der Elektrokonzern in Russland mit all seinen Kernbereichen vertreten und bietet innovative Lösungen für Hardware, Software und Services – im Auto, zuhause, für Industrie und Handel.


Bosch steht für ‚Invented for Life’. So lautet das internationale Unternehmensethos als Basis für die ‚Entwicklung der bestmöglichen, umweltschonenden Technologien‘ wie es der CEO Dr. Volkmar Denner anlässlich der jährlichen Pressekonferenz 2018 versprach.


Frank Ebbecke

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