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Lufthansa

Kraniche über Russland

Europas größte Fluglinie bringt seit Sowjetzeiten Passagiere aus dem Westen nach Moskau

Ein Lichterteppich liegt den Lufthansa-Passagieren zu Füßen. Erst ist Moskau nur ein Funkeln in der Ferne, aber schnell werden die Lichter heller, die Straßen breiter, die Häuser größer. Der Airbus A321 aus Frankfurt befindet sich im Sinkflug. Mehr als siebzig Tonnen Gewicht zieht es beständig der Erde entgegen, bis die Räder des fliegenden Koloss sanft auf russischem Boden aufsetzen. 

Die Fluglinie mit dem Kranich auf dem Leitwerk ist mit mehr als 130 Millionen Passagieren pro Jahr eine der größten der Welt und die erste europäische, die sich als Fünf-Sterne-Airline bezeichnen darf. Ihren Gästen bietet sie in Europa sogar Internet über den Wolken an.

Wenn heute eine Lufthansa-Maschine auf dem Flughafen Moskau-Domodedowo landet, ist das Routine. Alles andere als Routine war es, als im September 1955 zwei Sondermaschinen der Lufthansa auf sowjetischem Boden landeten. An Bord der Lockheed Super Constellations waren Bundeskanzler Konrad Adenauer und seine Delegation, die im Kreml über die Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen verhandelten. Als die Propellerflugzeuge sechs Tage später wieder Richtung Deutschland abhoben, stand fest: Die zehntausend Männer dürfen nachhause und die Bundesrepublik nimmt diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion auf.

Bis aus diesem ersten Schritt der Annäherung eine regelmäßige Flugverbindung wurde, sollte es lange dauern.

Auf Linienflüge zwischen Moskau und Frankfurt einigten sich die beiden Staaten erst, nachdem Bundeskanzler Willy Brandt die neue Ostpolitik eingeleitet hatte. Am 5. Februar 1972 nahm eine Boeing 727 der Lufthansa Kurs auf Moskau und brachte fortan zweimal pro Woche Passagiere in drei Stunden in die sowjetische Hauptstadt. Im Gegenzug steuerte die Aeroflot regelmäßig den Heimatflughafen der Lufthansa in Frankfurt an.

Bundeskanzler Willy Brandt und der sowjetische Regierungschef Alexej Kossygin treffen sich 1970 auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo. Kurz darauf unterzeichneten beide den historischen Moskauer Vertrag. 

Als dann der Eiserne Vorhang fiel, tat sich im Osten ein ganz neuer Himmel für westliche Fluggesellschaften auf. Die Lufthansa war eine der ersten Airlines, die in der ehemaligen Sowjetunion auch Ziele jenseits von Moskau und Sankt Petersburg anflog. Sie baute ihr Streckennetz hauptsächlich im europäischen Teil Russlands auf bis zu zehn Destinationen aus, darunter Jekaterinburg am Ural und Samara an der Wolga.

Im neuen Russland entstanden aber auch viele einheimische Airlines, mehr als vierhundert waren es zeitweise, darunter viele regionale. Bei russischen wie westlichen Passagieren waren einige wegen der veralteten Technik und wegen ihrer Unzuverlässigkeit berüchtigt. Die russische Regierung legte ein Förderprogramm auf, um Flughäfen zu erneuern und half auch kleinen Gesellschaften, ihre Flotte zu modernisieren. So erlebte die Luftfahrtbranche zu Beginn des Jahrtausends einen rasanten Aufstieg. Immer mehr Russen konnten sich einen Flug leisten und reisten zunehmend auch ins Ausland. 

Die Branche wuchs um bis zu zwanzig Prozent pro Jahr.

Heute hat allein die Megapolis Moskau vier internationale Flughäfen, von denen zwei zu den größten in Europa zählen und ständig weiter ausgebaut werden: Scheremetjewo im Nordwesten und Domodedowo im Süden, wo die Lufthansa Gruppe, zu der inzwischen auch Austrian Airlines, Swiss International Airlines und Brussels Airlines gehören, ihren Stützpunkt hat.

Die Lufthansa Gruppe fliegt heute von Frankfurt und München nach Moskau und St. Petersburg, außerdem von Wien nach Krasnodar. „Wir konzentrieren uns auf die beiden größten Städte. Von dort können unsere Passagiere mit russischen Partnerairlines in die Regionen weiterfliegen“, erklärt Axel Hilgers, Senior Director für Russland und die GUS. Das Land ist „ein strategischer Markt für den ganzen Konzern“, sagt Hilgers. „Wir machen hier vieles, was unsere Passagiere gar nicht sehen“, fügt er hinzu.

Im BIld: Mit dem Siegerflieger der Lufthansa flog schon die Fußballnationalmannschaft.

So betreibt zum Beispiel die für das Catering verantwortliche Lufthansa Service-Tochter LSG SkyChefs einen eigenen Produktionsbetrieb am Moskauer Flughafen Domodedowo. Die Mitarbeiter kochen dort nicht nur für die eigenen Passagiere, sondern auch für die anderer Airlines. Die „Lufthansa Technik Vostok Services“ wartet eigene Maschinen, aber auch die Flotten russischer Fluggesellschaften. Die Töchter Lufthansa Cargo, Lufthansa Consulting und Miles & More sind ebenfalls in Russland vertreten. 

Insgesamt beschäftigt die Gruppe hier mehr als 120 Mitarbeiter, vor allem für Vertrieb, Marketing und Service sowie Stationspersonal in Moskau und Sankt Petersburg.

Die schwache Konjunktur ließ ab 2014 den Umsatz vieler Airlines in Russland einbrechen. Seit 2017 steigen die Fluggastzahlen in und nach Russland aber wieder, auch bei Lufthansa. Zu ihren Passagieren zählen Geschäftsreisende, die gerne Business Class buchen, Privatreisende und Touristen, die nach Russland fliegen. Aber auch viele Russen. „Sie schätzen unsere Technik und unsere Zuverlässigkeit“, berichtet Axel Hilgers. Sie lassen sich von der Lufthansa in den Urlaub fliegen, im Winter zum Beispiel nach München und Innsbruck, im Sommer über Frankfurt nach Italien und Frankreich oder auch in die USA. Hilgers sagt: „Wir bringen die Welt nach Russland und die Russen in die Welt.“

Fotos: Hans-Jürgen Burkard, Lufthansa

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